Rauchstopp ‚Äď ein Figurkiller?

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 24. November 2016

Rund 10 Kilogramm nehmen Menschen im Mittel in den ersten f√ľnf Jahren w√§hrend und nach einer Raucherentw√∂hnung zu, berichten Wissenschaftler aus Athen. Dr. Konstantina Zachari referierte auf der diesj√§hrigen Fachtagung der Europ√§ischen Gesellschaft f√ľr Atemwegserkrankungen √ľber aktuelle Studienergebnisse zum Zusammenhang zwischen dem Rauchen und dem Energiestoffwechsel.

Im Vorfeld hatte Dr. Zachari gemeinsam mit ihren Kollegen von der Harokopio-Universit√§t und der medizinischen Fakult√§t Athen ein kleines, methodisch fundiertes Experiment durchgef√ľhrt: 14 gesunde m√§nnliche Raucher besuchten an zwei Vormittagen das Studienzentrum, nachdem sie etwa zehn Stunden nichts gegessen und nicht geraucht hatten. An einem der beiden Termine sollten die Probanden zun√§chst innerhalb von 15 Minuten zwei Zigaretten rauchen und anschlie√üend 45 Minuten warten. Danach konnten sie nach Belieben ihren Hunger mit einer Auswahl verschiedener Snacks stillen. √úber einen Zeitraum von insgesamt zweieinhalb Stunden wurden die Energieaufnahme, der Appetit der Teilnehmer sowie ihr Verlangen zu rauchen dokumentiert. Au√üerdem wurden Blutproben entnommen, um darin den Gehalt verschiedener Hormone zu bestimmen, die an der Regulation von Hunger und S√§ttigung beteiligt sind.

Der andere Untersuchungstag verlief nahezu identisch, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Anstelle zu Beginn TATS√ĄCHLICH zwei Zigaretten zu rauchen, sollten die Probanden nun SO TUN, als w√ľrden sie zwei (nicht angez√ľndete) Zigaretten rauchen.

In der Tat stellte sich heraus, dass das vorherige Rauchen zu einer statistisch signifikanten, geringeren Energieaufnahme von durchschnittlich 152 Kalorien f√ľhrte. Das Rauchen hatte aber keinen Einfluss auf den Appetit und die geschmacklichen Vorlieben der Teilnehmer und auch nicht auf die Relation zwischen den aufgenommenen Makron√§hrstoffen Fett, Eiwei√ü und Kohlenhydraten. Allerdings beobachteten die Wissenschaftler, dass die Konzentration des appetitanregenden Hormons Ghrelin bei den Probanden geringer war, wenn sie vor dem Essen nicht geraucht hatten. Dies l√§sst sich dadurch erkl√§ren, dass der Ghrelin-Spiegel mit zunehmender Nahrungsaufnahme und damit einhergehender S√§ttigung absinkt. Dagegen fanden die Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen dem Rauchen beziehungsweise dem Verzicht auf das Rauchen und der Konzentration der S√§ttigungshormone Insulin, GLP-1, Cholecystokinin und Obestatin.

„In unserer kleinen Studie fanden wir, dass das Rauchen einen akuten Einfluss auf die Energieaufnahme hatte, was durch die Ver√§nderungen des Ghrelin-Spiegels vermittelt werden k√∂nnte“, fasst Dr. Zachari die Ergebnisse ihrer Studie zusammen. Zachari weist au√üerdem explizit darauf hin, dass noch nicht bekannt ist, ob diese Ergebnisse in breiteren Bev√∂lkerungsstudien reproduziert werden k√∂nnen. „Wir m√ľssen auch andere potenzielle biologische Mediatoren und Wege untersuchen, um die mit der Raucherentw√∂hnung einhergehende Gewichtszunahme auszugleichen. sodass h√∂here Raucherentw√∂hnungsraten und weniger R√ľckf√§lle erreicht werden“, schlie√üt Zachari.

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verfasst von am 24. November 2016 um 07:35

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