Salz: weißes Gold nicht besser als herkömmliches Speisesalz

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 12. November 2013

Ähnlich wie auf dem Automarkt gibt es auch bei Speisesalz eine Premiumklasse. Die Stiftung Warentest hat exotische Salze unter die Lupe genommen. Ihr Urteil: Hoch ist nicht der gesundheitliche Wert der Salze, sondern vor allem eines: ihr Preis.

36 Speisesalze hat die Stiftung Warentest getestet, darunter herkömmliche Speisesalze und Exoten wie Fleur de Sel, persisches Blausalz, Salz aus der Himalaya-Region und aus der Kalahari-Wüste. Exotische Speisesalze versprechen mehr Genuss und Gesundheit, sie werben mit Slogans wie „absolut naturrein“, wollen ein „wahrer Jungbrunnen“ sein und beschwören die „Mystik des Kulturkreises“. Werden die harten Fakten betrachtet, so schwindet die Mystik allerdings rasch.

 

Meersalz
© purplesteph

Der Preis
Während 100 Gramm herkömmliches Speisesalzes 3 bis 4 Cent kosten, bezahlt man für dieselbe Menge der besonderen Speisesalze, die die Stiftung Warentest geprüft hat, bis zu 6,65 Euro. Viele der Exoten sind über 100mal teurer als haushaltsübliche Salze. Das wäre in etwa so, wie wenn eine Kugel Premiumeis 100 Euro und mehr kosten würde.

Die Salzgewinnung
Die Preisunterschiede sind zum Teil auf unterschiedliche Herstellungsmethoden zurückzuführen. Je nach der Art der Salzgewinnung unterscheidet man Siedesalz, das in Salinen aus konzentriertem Salzwasser gewonnen wird, von Steinsalz aus Stollen und Meersalz, das durch Sonne und Wind aus Meerwasser kristallisiert.

Die Zusammensetzung
Wer so viel Geld für Salz bezahlt, kann auch einen Mehrwert an Qualität und Gesundheit erwarten. Hier muss die Stiftung Warentest allerdings die Erwartungen der Käufer enttäuschen. Denn chemisch betrachtet unterscheiden sich die 36 untersuchten Salze kaum voneinander. Wie zu erwarten bestehen die Produkte zum größten Teil (93 bis 99,9 Prozent) aus Kochsalz. Hinzu kommen vor allem schwer lösliche Kalzium- und Magnesiumverbindungen.

Falsche Versprechen
Dagegen konnten die Prüfer lediglich einen Bruchteil der vom Hersteller versprochenen „80 Mineralien und Spurenelemente“ im Sal de Ibiza nachweisen,. Ähnliches galt für ein Kristallsalz aus dem Himalaya. Bei einem „absolut naturreinen“ Salz war jedoch nicht zu wenig einer Verbindung enthalten, sondern zu viel: Die Prüfer konnten in dem Blausalz den Farbstoff „Berliner Blau“ nachweisen, der laut Stiftung Warentest „in Lebensmitteln nichts zu suchen hat“.

Das Urteil
Nicht alle der besonderen Salze konnten die Prüfer überzeugen. Einige wurden sogar mit „mangelhaft“ bewertet und nur ein gutes Viertel (4 von 15, das entspricht 27 Prozent) wurden als „gut“ eingestuft. Bei den einfachen Siede- und Meersalzen erhielten 15 von 21 Produkten (71 Prozent) eine gute Wertung.

Unser Fazit: Wer auf gesundheitliche Werte bei Speisesalz achten möchte, sollte anstelle von teuren Spezialsalzen lieber mit Jod, Fluorid und Folsäure angereicherte Produkte wählen und diese sparsam dosieren.

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verfasst von am 12. November 2013 um 08:52

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