Schwarz-Weiß-Denken fördert Gewichtszunahme

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 12. November 2015

Auf dem Weg zur erfolgreichen Gewichtsreduktion folgt auf die eigentliche Gewichtsabnahme die n√§chste Herausforderung, n√§mlich das neue Gewicht zu halten. Eine strikte Einteilung von Lebensmitteln im Sinne von „gut“ oder ‚Äěschlecht‚Äú beziehungsweise „erlaubt“ oder „verboten“ sabotiert den langfristigen Abnahmeerfolg, wie eine niederl√§ndische Studie zeigt.

Neben ausreichender körperlicher Bewegung ist die Kontrolle der Nahrungsaufnahme eine grundlegende Voraussetzung sowohl zur Gewichtsabnahme als auch zum Halten des neuen Gewichts (Gewichtskonstanz). Hierbei sind sowohl die Qualität (Lebensmittelauswahl) als auch die Quantität (Portionsgröße, Häufigkeit von Mahlzeiten) von Bedeutung.

Um ihre Ernährung zu kontrollieren, verfolgen Menschen mit Gewichtsabnahmewunsch unterschiedliche Strategien, darunter:

  • die strenge Zur√ľckhaltung: Lebensmittel werden anhand bestimmter Kriterien in zwei Kategorien eingeteilt, zum Beispiel „gut“ oder „schlecht“ oder „erlaubt“ beziehungsweise ‚Äěverboten‚Äú. Werden diese Regeln gebrochen, k√∂nnen selbst minimale Verst√∂√üe dazu f√ľhren, dass die gesamte Kontrolle aufgegeben wird mit der Folge hemmungsloser Essanf√§lle (Alles-oder-Nichts-Prinzip).
  • die flexible Zur√ľckhaltung: Hier sind ung√ľnstige Lebensmittel wie S√ľ√ües oder Lebensmittel mit hohem Fettgehalt nicht grunds√§tzlich verboten, sondern hin und wieder erlaubt. Dies kann Hei√ühungerattacken mit komplettem Kontrollverlust verhindern.

An der Universit√§t von Wageningen gingen Wissenschaftler nun der Frage nach, ob die Art der Ern√§hrungskontrolle den langfristigen Erfolg der Gewichtsabnahme beeinflusst. F√ľr die Studie f√ľllten insgesamt 241 Menschen im Alter von 15 bis 74 Jahren einen Online-Fragebogen aus. Mit gezielten Fragen wollten die Wissenschaftler herausfinden, ob die Probanden generell und insbesondere in Bezug auf ihre Ern√§hrung zum Schwarz-Wei√ü-Denken neigten. Au√üerdem wurden die Probanden gefragt, ob sie w√§hrend der letzten f√ľnf Jahre abgenommen hatten und gegebenenfalls danach wieder mindestens vier Kilogramm zugenommen hatten.

Zunächst stellten die Wissenschaftler fest, dass Menschen, die generell zum Schwarz-Weiß-Denken neigten, diese Denkweise auch auf ihre Ernährung anwandten. Unabhängig davon, ob sie aktuell eine Reduktionsdiät einhielten, beschränkten sie ihre Nahrungsaufnahme stärker mit dem Ziel ihr Gewicht zu kontrollieren. Interessanterweise waren in dieser Gruppe auch besonders viele Personen vertreten, die nach anfänglicher Gewichtsabnahme wieder zugenommen hatten. Anhand ihrer Auswertungen konnten die Wissenschaftler zeigen, dass der Zusammenhang zwischen einem streng kontrollierten Essverhalten und dem Unvermögen das neue Gewicht zu halten durch das Schwarz-Weiß-Denken der Probanden vermittelt wurde.

Die Wissenschaftler schlie√üen daraus, dass eine vereinfachte Einteilung von Lebensmitteln in „gute“ oder „schlechte“ Lebensmittel der Beibehaltung eines gesunden K√∂rpergewichts im Wege stehen kann. G√ľnstiger w√§re demnach eine flexiblere Kontrolle ohne pauschale Lebensmittelverbote.

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verfasst von am 12. November 2015 um 07:13

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Ein Kommentar zu “Schwarz-Wei√ü-Denken f√∂rdert Gewichtszunahme”

  1. Petra F. sagt:

    Ein gesundes Ma√ü ist es doch so oder so alles in Ma√üen und nicht in Massen zu essen! So m√ľssen wir auf nichts verzichten und verfallen keinen Hei√ühungerattacken! Jedoch ist es umso schwerer, wenn man unterwegs ist und sich viel zu viel mit ungesunden Dingen voll isst. In dem Moment sollte man schon etwas auf das „gut“ und „nicht gut“ achten.

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