Sind Videogamer h√§ufiger √ľbergewichtig?

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 25. Juli 2019

Wer viel Zeit vor dem Bildschirm verbringt, bewegt sich weniger und ern√§hrt sich unges√ľnder. Kein Wunder, dass Videogamer h√§ufiger √ľbergewichtig sind. Stimmt das wirklich? In einer aktuellen Studie kommen Wissenschaftler zu einem differenzierteren Ergebnis: √úbergewicht unter Videospielern scheint demnach auch eine Altersfrage zu sein.

In der Vergangenheit wurde der Zusammenhang zwischen Videospielen und √úbergewicht kontrovers diskutiert. In einer aktuellen √úbersichtsarbeit haben Wissenschaftler der Universit√§ten W√ľrzburg und Linz/Bamberg die Ergebnisse von insgesamt 20 aussagekr√§ftigen Studien mit 38.097 Probanden zusammengetragen, um daraus einen gemeinsamen Sch√§tzwert f√ľr den Zusammenhang zwischen Videospielen und √úbergewicht zu berechnen. Ber√ľcksichtigt wurden dabei nur Studien √ľber nicht-aktive Videospiele ‚Äď also solche, die im Sitzen gespielt werden k√∂nnen.

Verbl√ľffenderweise fanden die Wissenschaftler nur eine sehr geringe Assoziation zwischen der Zeit, die mit Videospielen verbracht wurde, und √úbergewicht. Gerade einmal ein Prozent des individuellen √úbergewichts lie√ü sich durch die Videospielzeit erkl√§ren. Mehr noch: Statistisch bedeutsam war dieser Effekt lediglich in der Gruppe der Erwachsenen. „M√∂glicherweise bleiben fettleibigere Personen beim √úbergang ins Erwachsenenalter eher ihrem Hobby Videospielen treu, w√§hrend f√ľr andere neue Freizeitangebote wichtiger werden“, vermutet Professor Markus Appel, Kommunikationspsychologe an der Julius-Maximilians-Universit√§t (JMU) W√ľrzburg.

Wie l√§sst sich der bei den Erwachsenen beobachtete Zusammenhang zwischen Videospielen und √úbergewicht erkl√§ren? „Wir haben einen signifikanten indirekten Effekt gefunden, der zeigt, dass Menschen, die mehr Zeit mit Videospielen verbringen, auch weniger Zeit mit Sport verbringen und daher ein h√∂heres K√∂rpergewicht bzw. mehr K√∂rpermasse haben“, schreiben die Wissenschaftler in ihrem Artikel, der demn√§chst in der Fachzeitschrift Social Science & Medicine ver√∂ffentlicht wird. Auch andere Faktoren wie ungesunde Ern√§hrung vor der Spielekonsole oder Schlafmangel k√∂nnten von Bedeutung sein, bislang sei die Anzahl entsprechender Studien allerdings zu gering, um dies zu √ľberpr√ľfen.

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verfasst von am 25. Juli 2019 um 11:30

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