Smarter SchlĂŒsselanhĂ€nger hilft Allergikern beim Außer-Haus-Verzehr

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung ErnĂ€hrung und Gesundheit

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Wissenschaftler der Harvard Medical School von Boston haben einen kleinen Allergendetektor entwickelt, der innerhalb von kurzer Zeit allergene Bestandteile in Speisen und GetrĂ€nken aufspĂŒren kann.

Lebensmittelallergien erfordern meist ein prophylaktisches Vorgehen. Es gilt, das fĂŒr die Allergie verantwortliche Allergen möglichst konsequent zu meiden. Essen außer Haus, im Restaurant oder in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung kann fĂŒr Betroffene zum Spießroutenlauf werden. Probleme können beispielsweise auftreten, wenn die Zusammensetzung von Speisen unklar ist oder Allergene nicht (vollstĂ€ndig) deklariert werden. Hinzu kommt, dass Verunreinigungen durch Allergene aus anderen Gerichten oder MenĂŒkomponenten nur schwer auszuschließen sind.

Zwar gibt es bereits GerĂ€te, mit denen Allergene in Speisen und GetrĂ€nken festgestellt werden können. Ein solcher Allergennachweis war aber bis dato unter Alltagsbedingungen kaum durchfĂŒhrbar, da diese Analysen zum einen sehr zeitintensiv sind und zum anderen das Labor-Equipment zu sperrig zur Mitnahme ist. Der neu von Prof. Hakho Lee und seinen Kollegen entwickelte portable Allergendetektor „iEAT“ (engl. „integrated exogenous antigen testing“) kann innerhalb von max. 10 Minuten Lebensmittelallergene anzeigen und könnte damit insbesondere fĂŒr Menschen mit hochgradigen Lebensmittelallergien eine wertvolle Hilfe beim Außer-Haus-Verzehr darstellen. iEAT besteht aus einem HandgerĂ€t, das Allergene aus Lebensmitteln extrahiert sowie einem LesegerĂ€t im SchlĂŒsselanhĂ€ngerformat, welches die Ergebnisse drahtlos an ein Smartphone ĂŒbermittelt. Der aktuelle Prototyp, der bereits unter Alltagsbedingungen erfolgreich getestet wurde, erkennt fĂŒnf verschiedene Lebensmittelallergene aus ErdnĂŒssen, HaselnĂŒssen, Milch, Eiern und Weizen. Außerdem werden im Gegensatz zu den bisherigen GerĂ€ten auch Allergene in deutlich geringeren Konzentrationen nachgewiesen.

Bislang ist iEAT noch nicht kĂ€uflich zu erwerben. In ihrem aktuell in der Fachzeitschrift „ACS Nano“ veröffentlichten Artikel schĂ€tzen Prof. Lee und seine Kollegen, dass das GerĂ€t rund 40 US-Dollar (ca. 34 Euro) kosten wĂŒrde. Interessant wĂ€re iEAT nicht nur fĂŒr Konsumenten mit einer Allergie, sondern auch fĂŒr Ärzte, die Lebensmittelindustrie sowie Berufsgruppen im Bereich der Lebensmittelsicherheit. Momentan arbeiten die Wissenschaftler an einer Erweiterung des Spektrums des GerĂ€ts. Sollten ihre PlĂ€ne aufgehen, wĂ€re es zukĂŒnftig auch möglich, weitere Substanzen wie zum Beispiel Pestizide direkt vor Ort in verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kurzer Zeit zu analysieren.

Quelle einblenden

verfasst von am 18. Oktober 2017 um 08:02

Was ist das?

DEBInet-ErnĂ€hrungsblog - ĂŒber uns

Unsere Autoren schreiben fĂŒr Sie ĂŒber Aktuelles und Wissenswertes aus ErnĂ€hrungswissenschaft und ErnĂ€hrungsmedizin. Die redaktionell aufbereiteten Texte richten sich nicht nur an Experten, sondern an alle, die sich fĂŒr das Thema "ErnĂ€hrung" interessieren.

Sie können sich die BeitrĂ€ge per Newsletter zuschicken lassen oder diese ĂŒber RSS-Feed oder Twitter abonnieren.

FĂŒr die Schriftenreihe der Gesellschaft fĂŒr Rehabilitation bei Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (GRVS) wurden 222 unserer Blog-Artikel ausgewĂ€hlt. Das dabei entstandene ErnĂ€hrungs-Lesebuch ist 2017 im Pabst Science Publishers Verlag erschienen und steht Ihnen hier kostenlos zum Download zur VerfĂŒgung

Der "DEBInet-ErnÀhrungsblog"
ist ein Projekt der


© 2010-2020 Kluthe-Stiftung ErnĂ€hrung und Gesundheit

- noch keine Kommentare -

Kommentar abgeben