SmartFamily: Fitness-App soll Bewegung in den Familienalltag bringen

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 10. Oktober 2017

In der vom Bundesministerium f√ľr Bildung und Forschung gef√∂rderten SmartFamily-Studie untersuchen Karlsruher Wissenschaftler aktuell, mit welchen Strategien Familien gemeinsam ihr Ern√§hrungs- und Bewegungsverhalten verbessern k√∂nnen.

Auf der einen Seite Fu√üballweltmeister, Handballeuropameister und ein boomender Fitnessmarkt, auf der anderen Seite zahlreiche Sportmuffel, die sich kaum bewegen – trotz drohender gesundheitlicher Folgen. Auch in Bezug auf Sport/Bewegung hat Deutschland mindestens zwei Gesichter. Wissenschaftler des Karlsruher Instituts f√ľr Technologie (KIT) untersuchen aktuell in einer gro√ü angelegten Studie, inwieweit eine Fitness-App ein gesundes Ern√§hrungs- und Bewegungsverhalten im Familienalltag f√∂rdern kann und welcher Einfluss dem famili√§ren Umfeld zukommt. Interessant ist in diesem Zusammenhang beispielsweise, ob nur die Eltern das Gesundheitsverhalten ihrer Kinder beeinflussen, oder auch umgekehrt, die Kinder ihre Eltern oder sich wechselseitig anspornen.

F√ľr die Studie erhalten die teilnehmenden Testfamilien mit Kindern im Alter von 10 bis 16 Jahren ein Smartphone, auf dem eine spezielle Fitness-App und ein Bewegungsmesser installiert wurden. In der App k√∂nnen die Familienmitglieder selbst Fitnessziele festlegen, die sie binnen einer Woche gemeinsam erreichen wollen, etwa die Zahl der zur√ľckgelegten Schritte und die Zeit, die sie mit moderater k√∂rperlicher Aktivit√§t beziehungsweise anstrengendem Sport verbringen m√∂chten. Familienmitglieder k√∂nnen in der App jederzeit nachverfolgen, wie sehr sie sich bereits gemeinsam ihrem Wochenziel gen√§hert haben, wobei allerdings nur die Leistung der Familie insgesamt angezeigt wird. Der Beitrag jedes einzelnen Mitglieds ist f√ľr die anderen Familienmitstreiter nicht sichtbar. „Die Familie soll sich als Ganzes angesprochen f√ľhlen“, erl√§utert Sportwissenschaftler Jens-Peter Gnam vom Institut f√ľr Sport- und Sportwissenschaft (IfSS). „Uns interessiert, welche Dynamik sich innerhalb der Gruppe entwickelt, ob einer zum Beispiel durch seine Leistung die anderen mitzieht.“ Hat die Familie einen wichtigen Meilenstein in Richtung ihres Fitnessziels erreicht, erscheinen Gratulations-Mitteilungen auf dem Handydisplay.

Zentral f√ľr die Studie ist die Motivation der teilnehmenden Familien. Hier unterscheiden die Wissenschaftler zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation. W√§hrend Familien bei extrinsischer Motivation aus √§u√üerem Antrieb aktiv sind, um ein festgelegtes Ziel zu erreichen, bezeichnet intrinsische Motivation die Lust, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun. Laut Gram sei die intrinsische Motivation bei Personen innerhalb eines sozialen Netzes wie einer Familie besonders gro√ü. Daher eigne sich die Fitness-App prinzipiell auch f√ľr den Freundes- oder Kollegenkreis.

„Letztlich geht es darum, zu erreichen, dass die Menschen sich langfristig mehr bewegen und ges√ľnder ern√§hren. […] Dass die Teilnehmer rund um die Uhr ein unmittelbares Feedback erhalten, wie viel der Wochenleistung sie bislang erreicht haben, ist ein Riesenvorteil der Smartphone-App“, hebt Gram hervor.

Noch bis Anfang 2018 läuft die Erhebungsphase der Studie, bei der das Ernährungs- und Bewegungsverhalten von Familien mit und ohne Smartphone-App miteinander verglichen wird. Wann mit ersten Ergebnissen zu rechnen ist, wurde noch nicht bekannt gegeben.

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verfasst von am 10. Oktober 2017 um 06:21

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