Sport bei Typ-2-Diabetes: nicht jede(r) profitiert

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Mittwoch, 3. Juni 2015

Durch regelm√§√üige k√∂rperliche Bewegung l√§sst sich eine Erkrankung an Typ-2-Diabetes verhindern oder zumindest verz√∂gern, sind sich die meisten Diabetesexperten einig. Dem widersprechen die Ergebnisse einer aktuellen Studie aus T√ľbingen. Nicht alle Teilnehmer profitierten hier von dem neunw√∂chigen Ausdauertraining. Bei einem Teil der Probanden verschlechterte sich die Stoffwechsellage sogar.

Anl√§sslich des diesj√§hrigen Kongresses der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) stellte Dr. Anja B√∂hm vom Universit√§tsklinikum T√ľbingen erste Ergebnisse ihrer Studie √ľber die Auswirkung von Ausdauertraining auf den Insulinstoffwechsel vor. F√ľr die zugegebenerma√üen ziemlich kleine Studie unterzogen sich insgesamt 16 bislang inaktive junge Probanden einem einst√ľndigen Ausdauertraining, das dreimal w√∂chentlich stattfand. Zu Beginn der Studie und nach neun Wochen Ausdauertraining wurden die Probanden gewogen, der Glukosestoffwechsel (Zuckerstoffwechsel) untersucht und der Muskelfettgehalt bestimmt.

F√ľr die nun folgende Auswertung wurden die Probanden in zwei Gruppen eingeteilt, sogenannte „Responder„, die von dem Ausdauertraining profitierten, und „Non-Responder„. Die gute Nachricht vorweg: Bei allen Probanden hatte sich die k√∂rperliche Fitness verbessert, einige hatten w√§hrend des neunw√∂chigen Bewegungsprogramms auch deutlich abgenommen. Wurden jedoch Parameter des Glukosestoffwechsels verglichen, zeigten sich deutliche Unterschiede: W√§hrend sich laut der Ergebnisse des oralen Glukosetoleranztests die Glukosetoleranz der Responder verdoppelt hatte, hatten nur noch zwei von anfangs vier Non-Respondern eine normale Glukosetoleranz. Au√üerdem stieg die Anzahl der Non-Responder mit einem erh√∂hten N√ľchternblutzuckerwert von vier auf f√ľnf Probanden. Eine Person hatte bei der zweiten Untersuchung sogar sowohl erh√∂hte N√ľchternblutzuckerwerte als auch eine gest√∂rte Glukosetoleranz. Sind beide Parameter erh√∂ht, ist das Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken besonders hoch.

√úber die Ursache f√ľr die unterschiedliche Auswirkung des Ausdauertrainings kann Frau Dr. B√∂hm bislang nur spekulieren. Beobachtet wurde beispielsweise, dass kr√§nkere Personen st√§rker von dem Training profitierten als ges√ľndere. W√§hrend der Body-Mass-Index, das Alter und das Geschlecht der Probanden sich nicht zwischen den Gruppen unterschieden, hatten Non-Responder eine schlechtere Insulinsensitivit√§t, eine geringere Insulinsekretion, mehr Bauchfett und eine geringere k√∂rperliche Fitness. Die Ergebnisse der Muskelbiopsien indizieren zudem, dass auch genetische Unterschiede eine Rolle spielen k√∂nnten.

In Zukunft, so die Vision der Wissenschaftler, soll es m√∂glich sein, Non-Responder durch entsprechende Arzneimittel zu Respondern f√ľr eine Bewegungstherapie zu machen.

verfasst von am 3. Juni 2015 um 06:38

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Ein Kommentar zu “Sport bei Typ-2-Diabetes: nicht jede(r) profitiert”

  1. Simone sagt:

    Hallo,

    ich habe Diabetes Typ 2 und ich merke selbst, wie sehr mir die Bewegung gut tut. Sport ist neben der Ern√§hrung sehr wichtig f√ľr mich. Die Stichprobe der durchgef√ľhrten Studie ist nicht besonders gro√ü, aber ich denke, dass jeder, der an Diabetes erkrankt ist, best√§tigen kann, dass eine ausgewogene Ern√§hrung und viel Bewegung helfen. Meinen Blutzucker muss ich deshalb nur noch selten messen. Ich bin deshalb froh, einen Anbieter gefunden zu haben, der mir mithilfe seines Ratgebers immer wieder neue Ideen gibt, welche Produkte ich zu mir nehmen kann, so dass ich mich besser f√ľhle.

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