Stiftung Warentest warnt vor viel zu hoch dosierten Vitaminpräparaten

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Aufgrund des Ergebnisses ihres aktuellen Marktchecks warnt die Stiftung Warentest eindringlich vor stark √ľberdosierten Vitaminpr√§paraten. Zehn der untersuchten 35 Pr√§parate √ľberschritten die empfohlenen Tagesh√∂chstdosierungen des Bundesinstituts f√ľr Risikobewertung (BfR) drastisch um das bis zu 34-fache.

Vitamine sind lebensnotwendig, diese Botschaft wird in den Medien immer wieder ausdr√ľcklich verwendet. Daher kommt es auch oft vor, dass Menschen aus Angst, nicht gen√ľgend Vitamine mit der Nahrung zu sich zu nehmen, zu Vitaminpr√§paraten greifen. Solche Pr√§parate haben zwar ein positives Image, k√∂nnen allerdings, wenn die enthaltenen Vitamine zu hoch dosiert sind, Nebenwirkungen hervorrufen und krank machen. Dies gilt insbesondere f√ľr die fettl√∂slichen Vitamine A, D, E und K, welche sich im K√∂rper anreichern k√∂nnen. In hohen Dosen kann beispielsweise Vitamin D die Nieren sch√§digen, w√§hrend die Vitamin A-Vorstufe Betacarotin in Studien bei Rauchern die Entstehung von Lungenkrebs beg√ľnstigt hat. Gro√üe Vitamin E-Konzentrationen wiederum hemmen die Blutgerinnung.

Vor diesem Hintergrund hat die Stiftung Warentest aktuell in einem Marktcheck die auf den Produktverpackungen als Tagesdosis angegebene Vitaminmenge mit den vom BfR empfohlenen Tageshöchstdosierungen in Nahrungsergänzungsmitteln verglichen. Analysiert wurden insgesamt 35 Mittel, vorwiegend Einzelpräparate, aus Drogerien, Apotheken, Supermärkten und dem Internet.

26 der untersuchten Produkte (74 Prozent) √ľberschritten die BfR-Vorgaben deutlich, zehn davon (29 Prozent) sogar drastisch. Trauriger Rekord war ein Vitamin K-Pr√§parat, dessen angegebene Tagesdosis fast 34-mal h√∂her als die BfR-Obergrenze war. W√§hrend die Dosierung von Multivitaminpr√§paraten nicht beanstandet wurde, waren Einzelpr√§parate √∂fter zu hoch dosiert. Dies galt insbesondere f√ľr im Internet erh√§ltliche Produkte. Von den zehn Internetpr√§paraten √ľberschritten acht (80 Prozent) die BfR-H√∂chstdosierungen „deutlich bis drastisch“, so die Stiftung Warentest. Von allen sieben untersuchten Vitamin C-Pr√§paraten waren f√ľnf (71 Prozent) gemessen an den BfR-Tagesh√∂chstmengen in H√∂he von 225 mg √ľberdosiert. „Auff√§llig“ waren ebenfalls drei von sieben Vitamin D-Pr√§paraten (43 Prozent).

Die Einnahme von Vitaminpr√§paraten frei nach dem Motto ‚viel hilft viel‘ sei „keine gute Idee“, warnt die Stiftung Warentest. In isolierter, k√ľnstlicher Form aufgenommen, k√∂nnen Vitamine mehr Schaden als Nutzen bringen. Das Risiko der √úberdosierung steigt weiter, wenn zus√§tzlich angereicherte Lebensmittel (beispielsweise Fruchtsaftgetr√§nke oder Fr√ľhst√ľckscerealien) verzehrt werden. Die Pr√ľfer der Stiftung Warentest res√ľmieren: „Wer sich vielseitig ern√§hrt, bekommt alles, was er braucht.“ Positiver Nebeneffekt: Eine √úberdosierung ist dann ausgeschlossen…

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verfasst von am 19. Oktober 2017 um 06:48

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