Strafsteuer f√ľr Kalorienbomben

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 3. Dezember 2013

In Mexiko wird zum Jahreswechsel eine Steuer auf Softdrinks und kalorienreiche Lebensmittel eingef√ľhrt. Das mexikanische Modell k√∂nnte auch ein Beispiel f√ľr Deutschland sein: Bei den Koalitionsverhandlungen wurde auch hierzulande √ľber eine Steuer f√ľr besonders kalorienreiche Lebensmittel diskutiert.

Burger
© arnold l inuyaki

Alle Lebensmittel, die √ľber 275 Kalorien pro 100 g enthalten, werden ab 2014 mit acht Prozent besteuert. Dies beschloss das mexikanische Parlament am 01.11.2013. Bereits am Vortag hatten die Abgeordneten eine Steuer auf Softdrinks in H√∂he von sechs Cent pro Liter beschlossen. Der Pr√§sident Enrique Pe√Īa Nieto ist davon √ľberzeugt, auf diese Weise zur Bek√§mpfung der ‚Äěechten √úbergewichtsepidemie‚Äú in Mexiko beizutragen. Laut aktuellen Untersuchungen sind 70 Prozent der Erwachsenen in Mexiko √ľbergewichtig, der Anteil √ľbersteigt sogar die USA.

Durch die Besteuerung kalorienreicher Lebensmittel sollen Lebensmittel gef√∂rdert werden, die weniger Kalorien und mehr Ballaststoffe enthalten. Es ist geplant, mit den Steuereinnahmen Gesundheitsprogramme und den Zugang zu Trinkwasser an Schulen zu finanzieren. Die Steuer, √ľber die in den Wochen vor der Abstimmung intensiv diskutiert wurde, ist Teil der Gesundheitsoffensive zur Bek√§mpfung von √úbergewicht in Mexiko. Weitere Ma√ünahmen wie Sportprogramme, Erziehungsinitiativen und neue Etikettierungsvorschriften sind geplant.

Auch in Deutschland haben sich die Gesundheitsexperten Edgar Franke (SPD) und Erwin R√ľdel (CDU) im Rahmen der Koalitionsverhandlung f√ľr einen Mehrwertsteueraufschlag f√ľr kalorienreiche Lebensmittel ausgesprochen. Betroffen davon w√§ren beispielsweise Nuss-Nougat-Cremes, Kartoffelchips, Schokoriegel und eine breite Palette von Fast Food-Gerichten. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) begr√ľ√üt in einem Brief an die Verhandlungsf√ľhrer des Gesundheitsausschusses den Vorschlag und spricht von „einem bedeutenden Schritt, um Prim√§rpr√§vention bev√∂lkerungsweit und nachhaltig in Deutschland einzuf√ľhren„. Sie schl√§gt, √§hnlich wie in Mexiko, eine Kombination von Kalorien-, Zucker- und Fettsteuer vor, sodass auch stark zuckerhaltige Softdrinks erfasst w√ľrden.

Gem√ľsekorb
© frann.leach

F√ľr die Realisierung des Vorhabens hat die DDG einen Tipp, wie sich bereits im Vorfeld Vorw√ľrfe entkr√§ften lassen, dass die zus√§tzlichen Mittel in erster Linie zur F√ľllung der Staatskassen beitragen sollen. „Dies gelingt der Politik sicherlich am besten, wenn gesunde Lebensmittel in gleichem Ausma√ü steuerlich entlastet werden„, so DDG-Pr√§sident Erhard Siegel und DDG Gesch√§ftsf√ľhrer Dr. Dietrich Garlichs. In Deutschland sind mittlerweile zwei von drei M√§nnern und die H√§lfte der Frauen √ľbergewichtig. Mit dem √úbergewicht steigt auch die Gefahr f√ľr weitere Erkrankungen, unter anderem Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

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verfasst von am 3. Dezember 2013 um 07:17

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