Stressessen ist auch Nervensache

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 10. März 2015

Menschen reagieren unterschiedlich auf Stress. Stressesser beispielsweise essen ‚Äď bewusst oder unbewusst ‚Äď mehr und vor allem mehr Hochkalorisches. Welche inneren Vorg√§nge veranlassen Stressesser dazu, sich so zu verhalten? Dieser Frage gingen Wissenschaftler des Nutrition Research Centers in Kalifornien nach.

Das Ziel von Dr. Kevin Laugero und seinen Kollegen bestand darin, die Neurophysiologie des Stressessens besser zu verstehen. Hierf√ľr untersuchten sie Signalwege im Gehirn, die bei Stressessern mit ung√ľnstigen Ern√§hrungsgewohnheiten in Verbindung stehen k√∂nnten.

An der Studie nahmen 30 Frauen im Alter von 20 bis 53 Jahren teil. Alle Probandinnen beantworteten zun√§chst einen Fragebogen, in dem sie zu chronischem Stress w√§hrend ihrer Arbeit, in ihrer Partnerschaft und in finanziellen Bereichen befragt wurden. Anhand der Ergebnisse des Fragebogens bestimmten die Wissenschaftler das Ausma√ü an chronischem Stress, dem die Studienteilnehmerinnen ausgesetzt waren. Im n√§chsten Schritt sahen sich die Frauen verschiedene Bilder an, w√§hrend ihre Gehirnaktivit√§t via funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) gemessen wurde. Von den insgesamt 500 Bildern zeigten je 200 Bilder energiereiche Lebensmittel und ges√ľndere Alternativen. Die restlichen Bilder stammten von Alltagsgegenst√§nden, die nichts mit dem Essen zu tun hatten.

Ein Vergleich der fMRT-Aufnahmen von Frauen mit hoher chronischer Stressbelastung und Frauen mit geringem chronischen Stress offenbarte Muster, die sich zwischen den Gruppen unterschieden: Beim Ansehen von Bildern hochkalorischer Lebensmittel war bei den Frauen mit hoher chronischer Stressbelastung der pr√§frontale Kortex nahezu „ausgeschaltet„. Diese Gehirnregion ist normalerweise f√ľr Selbstkontrolle und strategische Entscheidungsfindung zust√§ndig. Daf√ľr war die Amygdala, das Reaktionszentrum der Emotionen, besonders aktiv. Beide Vorg√§nge wurden bei den Studienteilnehmerinnen mit geringem chronischen Stress nicht beobachtet.

Damit haben die Wissenschaftler einen Signalweg gefunden, der Stressessen erklären könnte. Offen bleibt die Frage, wie diese Erkenntnisse zum Nutzen von Stressessern beitragen können, insbesondere zur Vermeidung von Übergewicht und seinen Folgeerkrankungen.

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verfasst von am 10. März 2015 um 07:07

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Ein Kommentar zu “Stressessen ist auch Nervensache”

  1. S. Wiedemann sagt:

    Interessanter artikel. Vor allem weil es jeden mal betrifft. Ob auf der Arbeit oder Privat, wenn man stress hat, verf√§llt man zum Stressesser. Eventuell w√§ren gesunder alternativen, die s√§ttigen und auch „to-go“ mitgenommen werden k√∂nnen.

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