Superstar der Heilpflanzen 2014: Anis

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Donnerstag, 13. März 2014

Der naturheilkundliche Verein NHV Theophrastus, der sich den Lehren von Paracelsus verschrieben hat, hat Anis zur „Heilpflanze des Jahres 2014“ gekürt. Mit der Wahl möchte der Verein auf die Besonderheiten einer der ältesten bekannten Gewürz- und Heilpflanzen aufmerksam machen.

Anissamen
© green678

Darf ich vorstellen? Pimpinella anisum – so heißt Anis unter Botanikern – gehört zur Familie der Doldenblütengewächse und ist eng verwandt mit den Gewürzpflanzen Dill, Fenchel und Koriander, aber auch mit der Gemüsepflanze Karotte.

Die Anispflanze, die wohl ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeergebiet stammt, ist heute kaum noch in ihrer wildwachsenden Form anzutreffen. Stattdessen wird das einjährige Gewächs heutzutage hauptsächlich in Spanien, Italien und der Türkei, aber auch in Asien, Mittel- und Südamerika angebaut. Im Sommer blüht Anis in kleinen weißen Blüten, aus denen sich bis im Spätsommer längliche Früchte entwickeln. Die in den Früchten enthaltenen Samen sind reich an ätherischen Ölen und werden für medizinische Zwecke und als Gewürz verwendet.

Seine schleim- und krampflösende, antibakterielle Wirkung macht Anis zu einem wertvollen Bestandteil von Hustenmitteln. Da Anis die Speichel- und Magensaftsekretion fördert, wird er gerne als natürliches Heilmittel bei Verdauungsbeschwerden und Schleimhautentzündungen der Atemwege empfohlen. Außerdem soll Anis den Milchfluss stillender Mütter fördern und Menstruationsbeschwerden mildern. Anis wird zum Aromatisieren von Zahnpasten und Mundwässern verwendet und hilft, unangenehme Gerüche in Arzneimitteln zu überdecken.

Gewürzbrot
© Editor B

In der Küche ist Anis vor allem aus der Weihnachtsbäckerei bekannt, wo er nicht nur die namensgebende Zutat von Anisplätzchen ist, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des Lebkuchengewürzes. Anis verleiht herzhaften Fleisch- und Fischgerichten Frische und macht sie leichter bekömmlich. Er ist unter anderem Bestandteil von Würzmischungen wie Currypulver, Kräuter der Provence und Wurstgewürzen. Alkoholliebhaber kennen ihn aus Likören wie Küstennebel oder Goldwasser, dem griechischen Ouzo oder Mastika, französischem Pastis oder Pernod und türkischem Raki.

Nicht nur Menschen schätzen Anis. Bei der Jagd wurde Anis früher zum Anlocken von Rot- und Schwarzwild verwendet und im Haushalt als Köder für Mausefallen. Anis wurde auch zur Gesunderhaltung von Haustieren in das Futter von Pferden und Hunden gemischt und aufgrund seines hohen Eiweiß- und Fettgehalts nach der Abdestillation des ätherischen Anisöls als Viehfutter verwendet.

Quelle:
NHV Theophrastus (2014): Anis – ein Familienmitglied der Doldenblütler. Pressemitteilung

verfasst von am 13. März 2014 um 08:24

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