Thunfisch-Check: Überwiegend positives Ergebnis

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 11. Oktober 2016

Hohe Quecksilbergehalte in Thunfisch sorgten wiederholt für Schlagzeilen. Die Stiftung Warentest hat 20 Thunfischprodukte auf Schadstoffe getestet und kann Verbraucher beruhigen: Bis auf wenige Ausnahmen waren alle Proben im grünen Bereich.

Gemessen an den Verkaufszahlen steht Thunfisch hierzulande auf Rang vier der beliebtesten Fische, nach Alaska-Seelachs, Hering und Lachs. Rund acht Dosen Thunfisch verzehrt jeder Bundesbürger durchschnittlich pro Jahr, wobei überwiegend der Echte Bonito aus dem Westpazifik und Westatlantik für Fischkonserven verwendet wird. Gelbflossenthun wird dagegen gerne für Steaks und Sushi verwendet. Beide Bestände werden von Tierschützern als gesund bewertet. Weniger gesund ist dagegen der Verzehr von mit Quecksilber belastetem Thunfisch. Das giftige Metall reichert sich zunächst in Plankton an und wird dann über die Nahrungskette, an deren Ende der Thunfisch oder gegebenenfalls der Mensch steht, weitergegeben und angereichert.

Hohe Quecksilbergehalte können insbesondere bei Ungeborenen und Säuglingen das Nervensystem schädigen. Daher empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung Schwangeren und Stillenden „vorsorglich den Verzehr von Thunfisch einzuschränken“. In der EU gilt für große Raubfische wie Thunfisch ein Quecksilber-Grenzwert in Höhe von 1 Milligramm pro Kilogramm Fisch. Andere Fischarten dürfen maximal halb so viel Quecksilber enthalten.

Wie stark ist Thunfisch zurzeit tatsächlich mit Schadstoffen belastet? Diese Frage stellte sich auch die Stiftung Warentest. Im aktuellen Test untersuchten ihre Prüfer 20 Thunfischprodukte, darunter 16 Thunfischkonserven in Öl und vier tiefgefrorene Steaks auf ihren Schadstoffgehalt.

Das Ergebnis war überwiegend erfreulich: Von den getesteten Produkten erhielten 16 die Wertnote „gut“ oder „befriedigend„. Dabei war eine gute Wertnote keine Frage des Preises. Unter den Thunfischkonserven, die am besten abgeschnitten hatten, war der Thunfisch von Aldi Süd und die Handelsmarke von Edeka. Bei den Tiefkühlsteaks führte der Thunfisch von Edeka die Rangliste an.

In puncto Schadstoffgehalt war keines der getesteten Thunfischprodukte frei von Schadstoffen. Allerdings lag der Quecksilbergehalt aller Proben deutlich unter den EU-Vorgaben, nicht nur für Raubfisch, sondern auch für andere Fischarten.

Zwei Biokonserven erhielten lediglich eine „ausreichende“ Wertung aufgrund ihres hohen Mineralölgehalts. Diese sind wohl ein Relikt aus der Lebensmittelverarbeitung oder auf verunreinigtes Speiseöl zurückzuführen. Mineralöle stehen im Verdacht krebserregend zu sein.

Das Fazit der Prüfer: Unterm Strich geht keine Gefahr von den untersuchten Thunfischprodukten aus. Selbst Schwangere und Stillende können, so die Stiftung Warentest, die Produkte verzehren. Allerdings sollten sie sich vorsichtshalber auf „wenig Thunfisch“ beschränken, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass Ausreißer mit hohem Quecksilbergehalt in den Handel gelangen.

Um beim Thunfischeinkauf nachhaltige Fischerei zu unterstützen, können sich Verbraucher an Qualitätssiegeln orientieren. Das blaue Siegel des „Marine Stewardship Council“ dürfen Produkte tragen, bei denen schonende Fangmittel verwendet wurden sowie bestimmte Fangquoten und unabhängige Kontrollen eingehalten wurden. Das „Dolphinsafe“-Siegel steht für delfinfreundliche Fischerei.

 

verfasst von am 11. Oktober 2016 um 06:26

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