Typ-2-Diabetes-Prävention: Jugendliche sollten abends auf große Mengen stark blutzuckerwirksamer Kohlenhydrate verzichten

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 17. August 2017

Nehmen Jugendliche abends regelm√§√üig reichlich Kohlenhydrate zu sich, die den Blutzucker rasch ansteigen lassen, tragen sie bereits im jungen Erwachsenenalter ein erh√∂htes Risiko f√ľr Typ-2-Diabetes. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Auswertung der Dortmunder DONALD-Studie.

In ihrer Studie untersuchten die Erstautorin Tanja Diederichs vom Institut f√ľr Ern√§hrungs- und Lebensmittelwissenschaften an der Universit√§t Bonn und ihre Kollegen den Zusammenhang zwischen dem Kohlenhydratverzehr Jugendlicher morgens und abends und Risikomarkern f√ľr einen Typ-2-Diabetes im jungen Erwachsenenalter. Aus fr√ľheren Studien ist bekannt, dass Hormone einem circadianen (24-st√ľndigem) Rhythmus folgen. Beispielsweise reagiert der menschliche Organismus morgens besonders gut (sensitiv) auf das blutzuckersenkende Hormon Insulin, w√§hrend abends aufgrund der h√∂heren Insulinresistenz des Zielgewebes gr√∂√üere Mengen des Hormons zur Aufnahme der selben Kohlenhydratportion erforderlich sind. Die nat√ľrlicherweise durch die Pubert√§t bedingte geringere Insulinsensitivit√§t erh√∂ht den Insulinbedarf Jugendlicher zus√§tzlich. Hieraus resultiert die Vermutung, dass bei Jugendlichen der Zeitpunkt der Kohlenhydrataufnahme besonders wichtig ist. Bei ung√ľnstigen Konsumgewohnheiten k√∂nnte langfristig das Risiko f√ľr St√∂rungen im Kohlenhydratstoffwechsel ansteigen bis hin zum manifesten Typ-2-Diabetes.

Zur Pr√ľfung dieser Hypothese haben Tanja Diederichs und ihre Kollegen die Ern√§hrungsdaten von 252 jugendlichen Teilnehmern der DONALD-Studie¬† im Alter von 9 bis 16 Jahren ausgewertet und eine Verbindung zu deren Blutbefunden als junge Erwachsene (mittleres Alter 21 Jahre) gesucht. Um in die aktuelle Studie aufgenommen zu werden, musste jede/r Jugendliche/r mindestens zwei der j√§hrlich stattfindenden 3-Tage-Wiege-Ern√§hrungsprotokolle gef√ľhrt haben und im Erwachsenenalter erneut untersucht worden sein.

„Die Analyse der Daten zeigte, dass Jugendliche, die im Alter von 9 bis 16 Jahren abends regelm√§√üig reichlich Kohlenhydrate mit h√∂herem GI1 verzehrten, im jungen Erwachsenalter insulinresistenter waren als diejenigen, die abends moderate Mengen dieser Kohlenhydrate verzehrten“, fasst Dr. Ute Alexy vom Institut f√ľr Ern√§hrungs- und Lebensmittelwissenschaften der Universit√§t Bonn das zentrale Ergebnis der Studie, das aktuell in der Fachzeitschrift „Nutrients“ ver√∂ffentlicht wurde, zusammen. Ebenso stieg mit zunehmendem Konsum von stark blutzuckerwirksamen Kohlenhydraten der Fettleberindex an. Der Fettleberindex gilt als Indikator f√ľr das Risiko, an einer Fettleber zu erkranken. „Interessant ist, dass sich beide Zusammenh√§nge f√ľr den abendlichen, aber nicht f√ľr den morgendlichen Verzehr zeigen“, erg√§nzt Frau Diederichs. F√ľr die langfristige Pr√§vention von Typ-2-Diabetes sei es daher vermutlich entscheidend, abends auf gro√üe Portionen von Kohlenhydraten mit h√∂herem glyk√§mischen Index zu verzichten, erkl√§rt die Initiatorin der Studie Prof. Anette Buyken. „Das bedeutet, Lebensmittel wie zum Beispiel Wei√übrot, Instant-Kartoffelp√ľree oder klebrigen wei√üen Reis eher zu meiden“, r√§t Buyken.

1 Der glykämische Index (kurz GI) ist ein Maß zur Bestimmung der Wirkung einer bestimmten Menge eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel. Je höher der Wert ist, desto stärker steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr an.

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verfasst von am 17. August 2017 um 06:01

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Ein Kommentar zu “Typ-2-Diabetes-Pr√§vention: Jugendliche sollten abends auf gro√üe Mengen stark blutzuckerwirksamer Kohlenhydrate verzichten”

  1. Marcus sagt:

    Ich finde das Kohlenhydrate abends sinnlos sind egal was f√ľr ein Alter man hat. Ich gehe ins Fitnessstudio und mache auch Crossfit 2 mal die Woche, ich Koche abends immer vor, H√§hnchen/Rind, Tofu usw. mit viel Gem√ľse. Wenn ich abends nach dem Sport nach Hause kommen dann esse ich nur das Fleisch und Gem√ľse, Mittags bei der Arbeit essen ich genau das Selbe, ausser das ich zus√§tzlich noch eine Form Kohlenhydrat mitnehme, entweder Reis, Pasta oder Kartoffeln.

    Der Körper braucht ja keinen vollen Magen oder Energie wenn er eh in ein Paar Stunden sich ausruhen soll, es ist Kontraproduktiv wenn er sich dann anstrengen muss alles zu verdauen.

    Nur meine Meinung, ich bin auf jeden Fall kein Arzt,

    LG

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