Vater werden macht schwer

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 6. Oktober 2015

Vater werden ist nicht nur manchmal schwer, sondern macht offenbar auch schwer ‚Äď so lautet jedenfalls das Ergebnis einer gro√ü angelegten US-amerikanischen Studie.

F√ľr die Studie wurden insgesamt 10.253 Jungen und junge M√§nner der repr√§sentativen National Longitudinal Study of Adolescent Health (Langzeitstudie zur Gesundheit Jugendlicher) seit 1994 √ľber einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren begleitet. W√§hrend der Studienperiode wurden wiederholt die Gr√∂√üe und das Gewicht aller Teilnehmer bestimmt und daraus der BMI (Body Mass Index, K√∂rpermasseindex) der Teilnehmer berechnet. Au√üerdem wurden weitere Daten, darunter Angaben zum Familienstand, dem Einkommen und der Herkunft der Probanden, erhoben.

Entsprechend der allgemeinen Erwartung nahmen BMI und Gewicht der Probanden mit zunehmendem Alter leicht zu. Überraschend war jedoch der deutliche Effekt, den die Geburt des ersten Kindes auf das Gewicht seines Vaters zu haben scheint. Beispielsweise nahm ein 1,80 Meter großer Mann nach der Geburt seines Sohnes oder seiner Tochter im Mittel 3,5 bis 4,5 Pfund zu. Besonders groß war die Gewichtszunahme von Vätern, die zusammen mit ihren Kindern wohnten. Aber auch Väter, die in einer separaten Wohnung lebten, legten an Gewicht zu. Im Gegensatz dazu nahmen kinderlose Männer desselben Alters sogar ab.

Wie l√§sst sich die Gewichtszunahme der V√§ter nach dem Familienzuwachs erkl√§ren? Neben Ver√§nderungen in den Ern√§hrungsgewohnheiten k√∂nnte insbesondere die geringere Zeit, die jungen V√§tern f√ľr sportliche Aktivit√§ten bleibt, ihre Spuren hinterlassen. Aus fr√ľheren Studien ist bereits bekannt, dass verheiratete M√§nner h√§ufig mehr wiegen als unverheiratete M√§nner ‚Äď ein Effekt, der auch in dieser Studie beobachtet wurde. So sch√∂n die Geburt eines Kindes auch ist, eines ist ganz klar: Das Leben der jungen Familie √§ndert sich damit grundlegend. √úberforderung und depressive Stimmungen gerade zu Beginn des neuen Lebens zu dritt k√∂nnten damit auch Anteil haben an der Gewichtszunahme der jungen V√§ter.

Aufgrund der gesundheitlichen Risiken, die mit einem erh√∂hten Gewicht verbunden sind, raten die Wissenschaftler, bereits in jungen Jahren zielgerichtete Pr√§ventionsma√ünahmen zur Vermeidung von √úbergewicht zu initiieren. Wichtig sei dabei, die besonderen, altersspezifisch wechselnden Bed√ľrfnisse der heranwachsenden Generation zu ber√ľcksichtigen und die Jugendlichen und jungen Erwachsenen m√∂glichst fortlaufend zu begleiten.

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verfasst von am 6. Oktober 2015 um 06:18

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