Verbraucherorganisation foodwatch kritisiert Arsengehalt in Baby-Lebensmitteln

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Montag, 22. Januar 2018

Zwar l√§sst sich das krebserregende Arsen in Reis und daraus hergestellten Produkten nicht vollst√§ndig vermeiden. Dass der Arsengehalt in einer aktuellen deutschen Stichprobe bei Reisflocken und Reiswaffeln verschiedener Anbieter stark schwankte, veranlasste foodwatch jedoch zu der Kritik, die Hersteller w√ľrden sich nicht ausreichend um eine Minimierung des Arsengehaltes bem√ľhen.

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Prof. Andrew Meharg vom Institut f√ľr Globale Lebensmittelsicherheit an der Queen’s Universit√§t Belfast hat im Auftrag der Verbraucherorganisation insgesamt 18 deutsche Proben von Reisflocken und Reiswaffeln getestet. In allen Produkten war das als krebserregend geltende anorganische Arsen enthalten, allerdings variierte die Arsenkonzentration im Bereich zwischen 0,028 und 0,111 Milligramm pro Kilogramm der untersuchten Lebensmittel. Einige der analysierten Produkte √ľberschritten damit den seit Januar 2016 in der EU geltenden H√∂chstwert f√ľr Arsen in Reis f√ľr S√§uglings- und Kleinkinderprodukte in H√∂he von 0,1 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel. Aber auch Werte unterhalb dieser Maximalgrenze k√∂nnen Gesundheitsprobleme verursachen. Vorgaben f√ľr sichere Aufnahmemengen fehlen bislang.

An den aktuellen Analyseergebnissen f√§llt insbesondere auf, dass die Produkte mancher Hersteller deutlich st√§rker belastet waren als dieselben Produkte anderer Hersteller. „Babys und Kleinkinder m√ľssen vor krebserregenden Stoffen wie anorganischem Arsen bestm√∂glich gesch√ľtzt werden“, kommentiert foodwatch-Mitarbeiter Johannes Heeg. „Die Hersteller von Babynahrung sind in der Verantwortung, die Belastung mit Arsen auf ein unvermeidbares Minimum zu reduzieren. Es ist inakzeptabel, dass einige Produkte drei- bis viermal so viel Arsen enthalten wie andere.“

Au√üerdem offenbarte ein Vergleich mit aktuellen Analyseergebnissen aus Gro√übritannien, dass der durchschnittliche Arsengehalt in den deutschen Reisprodukten f√ľr Babys deutlich √ľber den in Gro√übritannien gemessenen Werten lag. „Baby-Lebensmittel aus Reis stellen in Deutschland eine unn√∂tige Gesundheitsgefahr dar“, kommentiert Prof. Andrew Meharg dieses Ergebnis. „Niedrige Werte sind machbar: Auf dem britischen Markt weisen Baby-Reisprodukte nur sehr geringe Belastungen mit Arsen auf. Es gibt keinen Grund, warum deutsche Hersteller nicht in der Lage sein sollten, ebenso niedrige Werte zu erreichen.“

Um die Belastung mit Arsen aus Lebensmitteln m√∂glichst gering zu halten, empfiehlt das Bundesinstitut f√ľr Risikobewertung (BfR) Eltern, Produkte aus Reis (zum Beispiel Reiswaffeln oder Reisbrei) nur in Ma√üen zu f√ľttern und diese nur abwechselnd mit reisfreien Produkten einzusetzen. Foodwatch setzt sich nicht nur f√ľr eine Minimierung des Arsengehalts in Reisprodukten f√ľr Kindern ein, sondern fordert dar√ľber hinaus, die BfR-Verzehrsempfehlung auf den Verpackungen entsprechender Produkte aufzuf√ľhren.

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verfasst von am 22. Januar 2018 um 12:00

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