Verbraucherzentrale kritisiert „Downgrading von Lebensmitteln“

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 17. April 2018

Die √úberarbeitung der Rezeptur industriell gefertigter Produkte f√ľhrt h√§ufig dazu, dass weniger Wert gebende Zutaten enthalten sind. Entspricht dies tats√§chlich dem Wunsch der Verbraucher?

 

Nachdem die Ver√§nderung der Rezeptur der beliebten Nuss-Nougat-Creme „Nutella“ Ende letztes Jahr f√ľr viel Emp√∂rung gesorgt hat, hat die Verbraucherzentrale Hamburg die Zutaten von 16 weiteren Produkten unter die Lupe genommen. Hierf√ľr wurden aktuell erh√§ltliche Lebensmittel aus verschiedenen Produktgruppen mit ihren Vorg√§ngerversionen aus dem Produktarchiv der Verbraucherzentrale verglichen.

Die Verbrauchersch√ľtzer stellten bei ihrem Produktcheck fest, dass sich auch bei anderen Lebensmitteln die Rezeptur ge√§ndert hat, wobei an wertgebenden, eher teureren Inhaltsstoffen wie Kakao, Haseln√ľssen, Kaffee, Raps√∂l oder Schokolade gespart wurde. Dagegen enthielten die Produkte mehr kosteng√ľnstigere F√ľllstoffe wie Wasser, Milchzucker oder Glukosesirup sowie Aromen. Beispiele hierf√ľr sind der geringere Eianteil eines Eiersalats (-8 Prozent), der geringere Anteil an Haseln√ľssen in einer Waffelschnitte (-4,5 Prozent) sowie die Reduktion des Kaffeeanteils im Instant-Cappuccino (-3 Prozent) bei gleichzeitiger Erh√∂hung des Zuckeranteils (+0,8 Prozent). Die gesammelten Ergebnisse hat die Verbraucherzentrale in einer „Downgrading-Liste“ ver√∂ffentlicht.

Im Rahmen des Produktchecks wurden auch die Hersteller der Produkte um eine Stellungnahme zur √Ąnderung ihrer Rezepturen gebeten. Die meisten Hersteller nannten hierbei die „W√ľnsche“ der Verbraucher als ausschlaggebendes Argument. Die Verbrauchersch√ľtzer gehen allerdings eher von √∂konomischen Interessen seitens der Hersteller aus.

Meist werden die Ver√§nderungen von Verbrauchern nicht bemerkt, da wohl kaum jemand von sich aus die Rezepturen von sp√§ter gekauften Produkten mit ihren Vorg√§ngern vergleicht. Die Verbrauchersch√ľtzer aus Hamburg raten daher, insbesondere bei Hinweisen auf eine „verbesserte“ oder „neue“ Rezeptur oder √§hnlichen Formulierungen einen pr√ľfenden Blick auf die Zutatenliste zu werfen. Gut m√∂glich, dass sich dann der Anteil wertvoller Zutaten reduziert und damit die Produktqualit√§t insgesamt verschlechtert hat. Dar√ľber hinaus hatte sich die F√ľllmenge von beinahe jedem dritten getesteten Produkt nach der √Ąnderung der Rezeptur verkleinert, sodass die Konsumenten f√ľr die geringere Produktqualit√§t sogar noch tiefer in die Tasche greifen mussten. Auch hier lohnt sich ein Vergleich der Verpackungen.

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verfasst von am 17. April 2018 um 06:40

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