Verbraucherzentralen: Vorschl√§ge f√ľr klarere Kennzeichnung

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 21. Februar 2013

Bedarf laut Umfrage vorhanden

Joghurt
© Listener42

Rechtlich m√∂gen sich Lebensmittelhersteller mit der Kennzeichnung ihrer Produkte zwar in der Regel im legalen Bereich bewegen, doch viele Verbraucher verstehen die Aussagen auf den Lebensmittelverpackungen falsch. Dies best√§tigte aktuell eine repr√§sentative Befragung, die im Auftrag der Verbraucherzentralen durchgef√ľhrt wurde. Die Verbraucherzentralen haben nun Forderungen f√ľr mehr Klartext formuliert.

  • Lebensmittel sollen auf der Vorderseite mit der gesetzlich verbindlichen Produktbezeichnung gekennzeichnet werden. Auf versteckte Angaben zum Fruchtanteil, zu weiteren enthaltenen Fleischsorten, zur Verwendung von Formfleisch etc. sollte verzichtet werden.
  • Die entsprechende Produktbezeichnung soll sich nach dem aktuellen Verbraucherverst√§ndnis richten.
  • Die Zutatendarstellungen auf Verpackungen und in der Werbung m√ľssen der Wirklichkeit entsprechen, es sollte also keine Werbung mit exotischen Fr√ľchten geben, wenn haupts√§chlich andere Zutaten (zum Beispiel Apfelsaft) enthalten sind.
  • Abbildungen von Fr√ľchten d√ľrfen nicht erlaubt sein, wenn ausschlie√ülich Aromen zur Geschmacksgebung verwendet werden. Der Einsatz von Aromen sollte direkt auf der Schauseite des Produkts kenntlich gemacht werden durch die Kennzeichnung „mit Aroma“ oder „aromatisiert“.
  • F√ľr alle hervorgehobenen Zutaten, auch wenn sie nur in geringen Mengen zugesetzt sind, muss es eine Mengenangabe im Zutatenverzeichnis geben.
  • F√ľr wichtige Qualit√§tseigenschaften wie die Regionalit√§t und Aussagen zur Abwesenheit bestimmter Zusatzstoffe m√ľssen verbrauchergerechte Definitionen geschaffen werden, die durch die Verbraucherforschung gest√ľtzt werden. Werbung mit der Angabe „frei von“ sollte verboten werden, wenn Zutaten enthalten sind, die die gleiche Wirkung haben.
  • Werbung und Kennzeichnung regionaler Lebensmittel m√ľssen verbindlich definiert werden.

Seit der Gr√ľndung des Verbraucherportals lebensmittelklarheit.de durch die Verbraucherzentralen wurden rund 6.650 Produkte von Verbrauchern gemeldet, die sich durch Aufmachung oder Kennzeichnung get√§uscht f√ľhlen. W√ľrden die Forderungen der Verbrauchersch√ľtzer beachtet, k√∂nnte ein besseres Verst√§ndnis von Verpackungsinformationen erzielt werden und √∂ffentliche Reklamationen w√ľrden (auch im Interesse der Lebensmittelhersteller) vielleicht mit der Zeit √ľberfl√ľssig werden.

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verfasst von am 21. Februar 2013 um 06:52

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