Verlangsamte fetale Gehirnreaktion bei Schwangerschaftsdiabetes

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 18. Februar 2016

Schon vor der Geburt reagieren Kinder von Frauen mit Gestationsdiabetes langsamer auf akustische Reize als Kinder von schwangeren Frauen mit normalem Glukosestoffwechsel. Dies ergab eine Studie, deren Ergebnisse aktuell im Journal of Clinical Endocrinology & Diabetes veröffentlicht wurden.

An der T√ľbinger Fall-Kontroll-Studie nahmen 12 Frauen mit diagnostiziertem Schwangerschaftsdiabetes („F√§lle“) und 28 schwangere Frauen mit normalem Glukosestoffwechsel („Kontrollen“) teil. Zu Beginn der Studie wurden der Blutzuckerwert und die Insulinkonzentration im Blut aller Frauen bestimmt. Im Anschluss daran tranken die Frauen eine Zuckerl√∂sung mit 75 Gramm Glukose. Beide Messungen wurden nach einer und nach zwei Stunden erneut durchgef√ľhrt.

Außerdem wurde zu allen drei Messzeitpunkten die Reaktionszeit des fetalen Gehirns auf einen wiederholt präsentierten Ton gemessen. Dies geschah mittels nicht-invasiver fetaler Magnetoenzephalographie. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Reaktion nach einer Stunde bei den ungeborenen Kindern aus der Gestationsdiabetes-Gruppe signifikant langsamer war als in der Kontrollgruppe. Zu den anderen beiden Messzeitpunkten bestand kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen.

Die Studie gibt wichtige Hinweise auf die Existenz einer Insulinresistenz des Gehirns, die bereits im Mutterleib angelegt wurde. Die Forscher schlie√üen aus ihren Ergebnissen, dass der m√ľtterliche Stoffwechsel die Gehirnreaktion der Nachkommen beeinflusst. Eine Pr√§gung des fetalen Stoffwechsels k√∂nnte ‚Äď so die Vermutung der Wissenschaftler ‚Äď das sp√§tere √úbergewichts- und Diabetesrisiko der Kinder erh√∂hen.

Die Studie wurde von einer Forschergruppe um Prof. Hubert Prei√ül und Prof. Andreas Fritsche vom Universit√§tsklinikum TuŐąbingen und dem Institut f√ľr Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrums MuŐąnchen an der Universit√§t TuŐąbingen durchgef√ľhrt und vom Deutschen Zentrum f√ľr Diabetesforschung und der Helmholtz Allianz unterst√ľtzt.

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verfasst von am 18. Februar 2016 um 08:41

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