Verpackungen: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Beim Einkauf kommt es nicht nur auf die inneren Werte eines Produkts an. Laut einer aktuellen Umfrage legen viele Verbraucher besonderen Wert auf praktische und umweltfreundliche Verpackungen. Dennoch wird hierzulande mehr Verpackungsmüll erzeugt als in jedem anderen Land der EU.

Rund 213 Kilogramm Verpackungsmüll entfallen in Deutschland jährlich auf jeden einzelnen Bürger. Grund genug, sich darüber Gedanken zu machen, wie dieser Müllberg reduziert werden kann. Ein Ansatzpunkt ist der gemeinsame Aktionsplan von Handel und Bundesumweltministerium mit dem Ziel, Plastiktüten aus dem Einkaufsalltag zu verbannen. Daher erheben seit diesem Juli viele Händler eine Gebühr auf Plastiktüten oder sie haben diese bereits komplett ausgemustert. Doch an anderer Stelle entsteht weiterhin viel Verpackungsmüll. Schuld daran sind Design- und Informationsansprüche sowie der wachsende Onlinehandel, der besondere Anforderungen an die Versandtauglichkeit von Verpackungen stellt.

Worauf legen Konsumenten besonders Wert in Bezug auf Verpackungen, was halten sie für eher vernachlässigbar? Gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Warengruppen? Diese und weitere Fragen beantwortet das aktuelle Consumer Barometer des internationalen Firmennetzwerkes KPMG und des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln. Für die Kurzstudie wurden 520 nach eigenen Angaben repräsentativ ausgewählte Probanden über ein Online-Panel befragt.

Seien es Lebensmittel, Kosmetik/Drogeriewaren oder DIY-Produkten: Unabhängig von der Art des Produktes sind für mindestens zwei von drei Verbrauchern praktische und umweltfreundliche Verpackungen besonders wichtig. Das Material der Verpackung und ihre Optik sind dagegen nur bei wenigen Warengruppen für die Mehrheit der Befragten von besonderer Relevanz. Dennoch geben über ein Drittel der Befragten an, ein Produkt mit einer hochwertig anmutenden Verpackung beim Einkauf zu bevorzugen.

Insgesamt scheinen Frauen mehr auf Verpackungen und ihre Beschaffenheit zu achten als Männer. Dies gilt bis auf wenige Ausnahmen sowohl für die Produktkategorien Umweltfreundlichkeit und Praktikabilität als auch für das Material und die Optik von Verpackungen.

Von zehn Befragten achten sechs beim Kauf von Lebensmitteln auf das Verpackungsmaterial, acht wünschen sich ein größeres Angebot an unverpackten Produkten und immerhin zwei geben an, ihre Kaufentscheidung häufig von der Produktverpackung abhängig zu machen. Den Abschied von Plastiktüten an der Kasse begrüßen nahezu alle Befragten (90 Prozent), allerdings gibt jeder Fünfte zu, noch aus Bequemlichkeit an der Kasse auf ausgelegte Plastiktüten zurückzugreifen.

Der Wunsch nach Umweltfreundlichkeit gilt auch für den Onlinekauf. Neun von zehn Befragten wünschen sich von Onlineshops, dass sie ihren Verpackungsmüll auf das Nötigste beschränken und auf Plastik verzichten. Und beinahe 94 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie die Versandverpackung gegebenenfalls zum Rückversand wiederverwenden können.

„Wunsch und Wirklichkeit gehen beim Thema Verpackung noch deutlich auseinander“, folgert Mark Sievers, Leiter der Abteilung Consumer Markerts bei KPMG. „Obwohl knapp 72 Prozent der Verbraucher beim Kauf gezielt auf Produkte mit wenig Umverpackung achten und gut drei Viertel deren Umweltfreundlichkeit als wichtiges Einkaufskriterium nennen, wird hierzulande aktuell pro Kopf noch mehr Verpackungsmüll erzeugt als in jedem anderen EU-Land. Der wachsende Onlineanteil verschärft die Situation zusätzlich – sowohl im Hinblick auf Verpackungsanforderungen als auch in Bezug auf den Verpackungsmüll. Neue Lösungen zur Reduktion der Versandverpackungen gehören deshalb ebenfalls auf die Agenda von Herstellern und Händlern.“

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verfasst von am 20. Oktober 2016 um 06:36

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