Verzerrte Wahrnehmung: Risiken des Lebensstils werden häufig unterschätzt

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 10. November 2015

Nur wenigen Bundesb√ľrgern gelingt es, die Gefahren unseres Alltags richtig einzusch√§tzen. W√§hrend die Angst vor Terroranschl√§gen, Gewaltverbrechen und Flugzeugabst√ľrzen gro√ü ist, werden die Risiken, die mit einer ungesunden Lebensf√ľhrung einhergehen, deutlich untersch√§tzt.

Im Rahmen einer repr√§sentativen TNS-Emnid-Studie wurden 1005 Bundesb√ľrger im Alter von mindestens 14 Jahren befragt, f√ľr wie wahrscheinlich sie das Eintreten bestimmter Gefahren halten. Hierzu z√§hlten neben Terroranschl√§gen, Gewaltverbrechen und Flugzeugabst√ľrzen Krankheiten wie Alzheimer, Schlaganfall oder Herzinfarkt sowie verschiedene Lebensstil-Risiken.

Es stellte sich heraus, dass die Risiken des Alltags h√§ufig falsch eingesch√§tzt werden. Viele Menschen √ľbersch√§tzen die Gefahr, die von Terroranschl√§gen, Flugzeugabst√ľrzen und Gewaltverbrechen ausgeht, deutlich. Beispielsweise kommt ‚Äď statistisch gesehen ‚Äď hierzulande nur einer von 27,3 Millionen Menschen durch einen Anschlag ums Leben. Das Risiko, Opfer eines Terroranschlags zu werden, wurde allerdings von knapp vier F√ľnfteln der Befragten (79 Prozent) √ľbersch√§tzt. √Ąhnliches galt f√ľr Gewaltverbrechen (√úbersch√§tzung durch 63 Prozent der Befragten) und Flugzeugungl√ľcke (√úbersch√§tzung durch 48 Prozent der Befragten).

UnterschaŐątzte Risiken der LebensfuŐąhrung

Die Risiken, die von einem ung√ľnstigen Lebensstil ausgehen, wurden dagegen mehrheitlich untersch√§tzt (s. Abbildung). Berechnungen zufolge stirbt einer von 110 Menschen (1:110) an den Folgen einer unausgewogenen oder zu fetthaltigen Ern√§hrung. Diese Gefahr wurde durch vier von f√ľnf Befragten untersch√§tzt. Jeder Zehnte ging von einer Wahrscheinlichkeit von 1:1 Million aus. Auf Platz zwei der Fehleinsch√§tzungen folgte das Risiko durch regelm√§√üiges Rauchen (√ľber 20 Zigaretten pro Tag) vorzeitig zu versterben. W√§hrend die Wahrscheinlichkeit von Experten auf 1:180 gesch√§tzt wird, waren immerhin 72 Prozent der Befragten (also knapp drei Viertel) davon √ľberzeugt, dass die Gefahr durch Rauchen geringer sei. Die maximalen Sch√§tzer der Befragten lagen bei 1:10 Millionen. An dritter Stelle der Untersch√§tzungen stand die Gefahr, die vom Konsum harter Drogen ausgeht. Im Vergleich zur rechnerischen Wahrscheinlichkeit von 1:215 gingen zwei von drei Befragten von einem geringeren Risiko aus. Jeder Siebte rechnete hier mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:100.000.

Etwas besser waren die Einsch√§tzungen √ľber die Risiken eines Bewegungsmangels (1:760) und die Folgen eines regelm√§√üigen, hohen Alkoholkonsums (M√§nner: 1 Liter Bier oder ein halber Liter Wein pro Tag, Frauen: jeweils die H√§lfte; Wahrscheinlichkeit 1:650). Drei von f√ľnf Befragten √ľbersch√§tzte das Risiko, vorzeitig durch Bewegungsmangel zu versterben, und gut die H√§lfte die Gefahr, die von hohem Alkoholkonsum ausgeht.

Angesichts dieser Ergebnisse fordert der an der Studie beteiligte Arzt und Risikoforscher Professor Klaus Heilmann, Verbraucher besser √ľber die realen Risiken des Alltags aufzukl√§ren. Interessant w√§re auch eine Frage an die Probanden gewesen, ob sie sich nach einer Information √ľber die tats√§chlichen Risiken vorstellen k√∂nnten, ihren Lebensstil zu √§ndern beziehungsweise bereits konkrete √Ąnderungen planen.

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verfasst von am 10. November 2015 um 07:17

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2 Kommentare zu “Verzerrte Wahrnehmung: Risiken des Lebensstils werden h√§ufig untersch√§tzt”

  1. T. Eller sagt:

    Spannender Artikel. Wird wohl an der fehlenden Info liegen. Z.B. auf dieser site stehen keine Vitamin- und Mineralstoffangaben bei vielen gesunden Produkten von AlnaturA.

    • Tobias Grallert sagt:

      Leider werden uns nicht von allen Firmen ausf√ľhrliche Inhaltsstoffdaten zur Verf√ľgung gestellt. Wir k√∂nnen nur die Werte ver√∂ffentlichen, die uns vorliegen. Daher sind bei den AlnaturA-Produkten nur die Hauptn√§hrstoffe angegeben.

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