Von Jugendlichen f√ľr Jugendliche: Lasst Getr√§nke sprechen!

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 6. Juni 2017

Alles andere als langweilig oder spießig: Unter Leitung der FH St. Pölten haben sozial benachteiligte Jugendliche ein zuckerarmes Getränk kreiert und dieses mit jugendgerechten Informationen zu einem gesunden Trinkverhalten versehen. Von dem Projekt profitieren nicht nur die Jugendlichen selbst, denn das Getränk soll weiterhin erhältlich sein.

Nicht in schulischer oder beruflicher Ausbildung, kein Job – was nun? H√§ufig betrifft dieses Problem Jugendliche aus bildungsfernen Bev√∂lkerungsgruppen. Die Tatsache, dass rund 8,6 Prozent aller 16- bis 24-J√§hrigen √Ėsterreichs (Stand 2006-2011) zu dieser Gruppe z√§hlen, l√§sst aufhorchen, zumal die Heranwachsenden nicht nur im Bereich Bildung und Beruf benachteiligt sind, sondern auch gesundheitlich.

Daher wurde das interdisziplin√§re Forschungsprojekt „GAAS – Projekt zur F√∂rderung der Gesundheitskompetenzen von Jugendlichen, die sich nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schulung befinden“ ins Leben gerufen. Die Fachhochschule St. P√∂lten, die Universit√§t Wien, die Nordrand Mobile Jugendarbeit sowie die Produktionsschule spacelab haben sich dabei zum Ziel gesetzt, die Jugendlichen zu motivieren und ihnen das Wissen und die F√§higkeiten zu vermitteln, relevante Gesundheitsinformationen zu finden, sie zu verstehen, beurteilen und ihren Inhalt anwenden zu k√∂nnen.

Doch wo ansetzen? Am besten mitten in der Lebenswelt der Jugendlichen. W√§hrend des Projekts durchgef√ľhrte Erhebungen und gesammelte Erfahrungen haben ergeben, dass insbesondere das Trinkverhalten von Jugendlichen h√§ufig ung√ľnstig ist, beispielsweise durch einen hohen Konsum zuckerhaltiger Getr√§nke oder Energydrinks. Zudem sind Getr√§nke f√ľr viele junge Menschen ein wichtiger Lebensstilfaktor.

Daher probierten sich die Jugendlichen des GAAS-Projekts im n√§chsten Schritt als Getr√§nkeentwickler: Sie kreierten „Frizz Tea“ – ein zuckerarmes Teegetr√§nk in vier Geschmacksrichtungen. Dabei sollte nicht nur der gute Geschmack der Teemischgetr√§nke andere Jugendlichen zum Verzicht auf Soft- und Energydrinks animieren, sondern insbesondere das Etikett. Hier finden Jugendliche in altersgerechter Sprache auf modernem Design Informationen zu einem gesunden Trinkverhalten. Zum Beispiel: „Mach Wasser zu deiner Nummer eins. Denn dar√ľber freuen sich Figur, Haut Z√§hne und Gehirn“. ‚ÄěUnser Ziel w√§re es, dass Jugendliche dadurch zuerst einmal von Energy- und Softdrinks wegkommen“, erl√§utert die Projektleiterin Elisabeth H√∂ld von der FH St. P√∂lten. „Dann sollen sie dazu motiviert werden, Wasser zu trinken und schlie√ülich ganz auf dieses umzusteigen.“ „Frizz Tea“ ist also eher als ein innovatives Ern√§hrungskommunikationstool zu sehen als als Lifestylegetr√§nk-Alternative. ‚ÄěDas Getr√§nk ist ein Kommunikationstool aus der Lebenswelt der Jugendlichen und stellt einen neuartigen Ansatz dar, um Wissen an diese Zielgruppe zu transportieren, gewisserma√üen ein Flyer in Form eines Getr√§nks. So werden die Jugendlichen in ihren Gesundheitskompetenzen gest√§rkt und k√∂nnen ihren Alltag gesundheitsf√∂rderlich gestalten‚Äú, f√§hrt Elisabeth H√∂ld fort.

Welcher „Frizz Tea“ schmeckt am besten? Nachdem eine Gruppe Jugendlicher alle Getr√§nkvarianten kritisch verkostet hatte, wurde der Sieger Anfang April der √Ėffentlichkeit vorgestellt. Nun hat der „Frizz Tea“ ein halbes Jahr Zeit, sich an Modellschulen und au√üerschulischen Institutionen der Jugendarbeit zu bew√§hren. F√ľr den Fall, dass die Evaluation im Herbst positiv verl√§uft, soll das Getr√§nk auch kommerziell vertrieben werden.

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verfasst von am 6. Juni 2017 um 09:30

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