Weniger Restriktionen f√ľr Fischallergiker

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 9. November 2017

Ein internationales Forscherteam hat bestimmte Biomarker (Antikörper) entdeckt, mit deren Hilfe unkompliziert bestimmt werden kann, ob Menschen mit einer Fischallergie allergisch auf nur eine oder mehrere Fischarten reagieren.

Fisch enth√§lt viel leicht verdauliches Eiwei√ü und gilt als gute Jodquelle (Seefisch). Fettreiche Fische wie Lachs, Makrele und Hering versorgen den K√∂rper au√üerdem mit lebensnotwendigen Omega-3-Fetts√§uren, die Bestandteile von Zellmembranen sind, die Flie√üeigenschaften des Blutes verbessern und das Risiko f√ľr Herz-Kreislauferkrankungen verringern k√∂nnen. Au√üerdem sollen sie vor vorzeitigem geistigem Abbau im Alter sch√ľtzen. All diese Eigenschaften machen Fisch zu einem ern√§hrungsphysiologisch wertvollen Lebensmittel. Zugleich leidet weltweit allerdings sch√§tzungsweise jeder 1000. Mensch an einer Fischallergie.

Bisher lautete der Rat an Menschen mit einer Fischallergie, m√∂glichst konsequent auf Lebensmittel mit Fischbestandteilen zu verzichten, unabh√§ngig davon, um welchen Fisch es sich dabei handelt. Allerdings wurde mittlerweile erkannt, dass es Fischallergiker gibt, die nicht auf alle Fischarten allergisch reagieren und dementsprechend auch nicht allen Fischsorten meiden m√ľssten. „Ob eine Allergie gegen viele verschiedene Fischarten, eine sogenannte Kreuzallergie vorliegt, konnten Allergologen bisher nur in sehr aufw√§ndigen Tests herausfinden, bei denen Betroffenen Fisch oral verabreicht wird“, berichtet Dr. Annette K√ľhn von der Abteilung f√ľr Infektion und Immunit√§t am Luxemburger Institut f√ľr Gesundheit (LIH). K√ľhn und ihre Kollegen aus Luxemburg, Schweden und Norwegen haben nun im Blut von 35 Probanden mit best√§tigter Fischallergie nach Markern f√ľr das Ausma√ü der Fischallergie gesucht. In ihrer doppelblinden, Plazebo-kontrollierten Studie erhielten die Probanden nach dem Zufallsprinzip Speisen mit oder ohne Kabeljau, Lachs oder Makrele, wobei weder die Probanden selbst noch das Studienpersonal wussten, wann tats√§chlich Fisch in der Testmahlzeit enthalten war. Anschlie√üend wurde der Antik√∂rpergehalt des Bluts bestimmt. Bei Menschen mit einer Lebensmittelallergie reagiert das Immunsystem auf bestimmte Eiwei√üe, indem es Antik√∂rper bildet, wodurch wiederum allergische Symptome ausgel√∂st werden. Die meisten Menschen mit einer Fischallergie reagieren auf das Fischeiwei√ü Parvalbumin, aber auch die Eiwei√üverbindungen Enolase und Aldolase k√∂nnen allergische Reaktionen ausl√∂sen.

„Wir konnten in unserer Studie zeigen, dass etwa jeder dritte Betroffene auf einzelne Fischarten nicht allergisch reagiert“, erl√§utert K√ľhn. „Zudem ist es uns gelungen, bestimmte Marker zu identifizieren, anhand derer man Personen mit einer Allergie gegen eine oder mehrere Fischarten unterscheiden kann.“ „Dies ist wichtig, um unn√∂tige Ern√§hrungseinschr√§nkungen zu vermeiden, vor allem bei allergischen Kindern, die sehr oft mehrere Lebensmittelallergien haben“, erg√§nzt ihr Kollege Dr. Martin S√łrensen von der nordnorwegischen Universit√§tsklinik in Troms√ł. Damit ist es den Wissenschaftlern erstmals gelungen, nachzuweisen, dass sich Menschen mit einer Kreuzallergie gegen mehrere Fischarten durch spezifische Marker (Antik√∂rper) unterscheiden lassen. „Somit er√∂ffnet diese Form der kliniknahen Allergieforschung ganz neue M√∂glichkeiten einer molekularen und damit personalisierten Allergiediagnostik“, stellt K√ľhn in Aussicht. „Mithilfe dieser spezifischen Antik√∂rper wird es in Zukunft hoffentlich m√∂glich sein, bestimmte Formen der Fischallergie fr√ľhzeitig zu identifizieren und den Betroffenen sinnvolle Ern√§hrungstipps zur Risikovermeidung zu geben.“ Zugleich k√∂nnte dieses Wissen Allergieforschern in Zukunft dabei helfen, gef√§hrdete Menschen vor einer Sensibilisierung durch bestimmte Fischeiwei√üe zu bewahren und damit der Entstehung einer Allergie vorzubeugen.

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verfasst von am 9. November 2017 um 09:00

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