Wenn Schmalhans K√ľchenmeister ist

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 1. September 2011

Gesunde Ernährung muss nicht teuer sein

Geldbeutel
© edelstahltechnik24

Sp√§testens seit der Wirtschaftskrise gibt es immer mehr Haushalte, deren finanzielle M√∂glichkeiten stark begrenzt sind. Eine im Jahr 2010 durchgef√ľhrte Erhebung ergab, dass sich jeder f√ľnfte Europ√§er im Vorjahr mindestens einmal Lebensmittel oder andere Dinge des t√§glichen Gebrauchs nicht mehr leisten konnte. Da Miete und offene Rechnungen aber dennoch beglichen werden m√ľssen, wird h√§ufig am Essen gespart.

Die Annahme, gesundes Essen sei teurer als z. B. Fertiggerichte aus Fast-Food-Restaurants, ist weit verbreitet. Deshalb untersuchten Wissenschaftler der Universit√§t von Bethesda, USA, den Kostenunterschied zwischen einer den nationalen Ern√§hrungsempfehlungen entsprechenden gesunden Ern√§hrung und einer Kost, die haupts√§chlich aus Fertiggerichten von Schnellrestaurants bestand. Entsprechend variierte die Nahrungsmittelwahl der beiden Ern√§hrungsweisen: Bei der gesunden Variante wurde davon ausgegangen, dass die meisten Lebensmittel im Supermarkt gekauft und zu Hause zubereitet werden. F√ľr die Kostenanalyse wurden daher z. B. die Preise von Brot, Fr√ľhst√ľckscerealien und Milch, abgepacktem Obst, tiefgek√ľhltem Gem√ľse, magerem Fleisch und Teigwaren ber√ľcksichtigt. Lebensmittel aus dem Schnellrestaurant umfassten dagegen Sandwiches, Chicken Nuggets, Bratkartoffeln und Pommes frites, Saft, Kaffee sowie Softdrinks. Im Ergebnis waren die Kosten f√ľr das gesunde, selbst zubereitete Essen 24 Prozent geringer als bei der Fast-Food-Ern√§hrung. Die Kosten f√ľr die Zubereitung der Speisen bei der gesunden Ern√§hrungsweise wurden in diesem Vergleich allerdings nicht ber√ľcksichtigt.

Mit der Einschr√§nkung des Au√üer-Haus-Verzehrs kann demnach Geld gespart und gleichzeitig die Qualit√§t der eigenen Ern√§hrung verbessert werden. Aber auch innerhalb des eigenen Haushalts kann gespart werden, ohne auf gesunde und frische Zutaten verzichten zu m√ľssen:

  • Nahrungsmittelauswahl: Sich gesund zu ern√§hren bedeutet nicht, dass jeden Tag gro√üe Mengen kostspieliger Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Gefl√ľgel und K√§se verzehrt werden m√ľssen. Im Gegenteil: Weniger ist oft besser. Die Deutsche Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung empfiehlt beispielsweise lediglich 300-600 g Fleisch und Wurst pro Woche, zus√§tzlich ca. 200¬†g Fisch (1). Stattdessen sollten mehr S√§ttigungsbeilagen wie Reis, Kartoffeln, Nudeln und Brot verzehrt werden. Der Preis dieser S√§ttigungsbeilagen ist selbst in der Vollkornvariante deutlich geringer, so dass sich hier gut und mit gesundheitlichem Vorteil sparen l√§sst.
  • Zucchini
    © krossbow
    Regionale und saisonale Obst- und Gem√ľsearten bevorzugen
    : Obst und Gem√ľse, das vor Ort geerntet wird, ist h√§ufig g√ľnstiger, schlie√ülich entfallen kostspielige Transportkosten. Ein weiteres Plus: Importierte Obst- und Gem√ľsearten werden meist unreif geerntet und enthalten deshalb weniger Vitamine als einheimische Arten.
  • Bio-Lebensmittel: Bei knapper Kasse sind teure Bio-Lebensmittel nicht unbedingt erforderlich. Ihre Erzeugung erfolgt zwar unter erh√∂hten Qualit√§tsanforderungen und wird strenger √ľberwacht, in Deutschland gelten jedoch auch konventionell erzeugte Produkte als sicher und nahrhaft, der Gehalt an R√ľckst√§nden wie Pestiziden wird regelm√§√üig kontrolliert.
  • Richtig planen: Planen Sie Ihren Lebensmitteleinkauf bereits zu Hause. Mit einem Einkaufszettel verhindern Sie, Wichtiges zu vergessen und vermeiden au√üerdem Doppeleink√§ufe. Eingekauft werden sollte nur das, was wirklich ben√∂tigt wird. Empfehlenswert ist auch eine regelm√§√üige Durchsicht des Lebensmittelvorrats. So k√∂nnen Lebensmittel mit begrenzter Haltbarkeit rechtzeitig entdeckt und noch vor dem Verderben verwendet werden.
  • Supermarkt Gem√ľseabteilung
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    Sonderangebote ber√ľcksichtigen
    : Ber√ľcksichtigen Sie bei Ihren Eink√§ufen Sonderangebote. Es kann sich durchaus lohnen, bestimmte Lebensmittel wie Teigwaren oder Konserven auf Vorrat zu kaufen. Gerade bei Obst und Gem√ľse, aber auch K√§se, Fleisch und Wurstwaren kann durch Angebote gut gespart werden. Wenn Markenartikel inseriert werden, sollte allerdings nicht vorschnell zugegriffen werden. M√∂glicherweise ist das No-Name-Produkt aus dem regul√§ren Sortiment preisg√ľnstiger.
  • Preisvergleich: Manchmal wird der Preisvergleich bei Lebensmitteln durch unterschiedliche Verpackungsgr√∂√üen erschwert. Auf dem Preisschild im Regal befinden sich Angaben zum Preis pro Mengeneinheit (100 g, 1 kg, o. √§.), die den Vergleich erleichtern. T√§uschen Sie sich nicht! Fr√ľher war die gr√∂√üere Packung eines Lebensmittels meist die billigere. Dies hat sich inzwischen jedoch z. T. ge√§ndert. Ein Vergleich lohnt sich ‚Äď gerade bei hochpreisigen Lebensmitteln.
  • Essen au√üer Haus: Das belegte Br√∂tchen vom B√§cker oder das Pizzast√ľck auf die Hand ist zwar an sich nicht teuer, √ľber einen l√§ngeren Zeitraum k√∂nnen sich die Kosten aber zu einem bedeutsamen Betrag aufsummieren. Hinzu kommt, dass viele Produkte reich an Fett sind (z. B. Butter/Remoulade, Wurst, K√§se), daf√ľr aber arm an Ballaststoffen und Vitaminen. Es empfiehlt sich, zu Hause einen Imbiss vorzubereiten, etwa ein belegtes Br√∂tchen mit Salatblatt, dazu Gem√ľsestreifen oder Obst. Wenn Sie nicht auf Ihr Br√∂tchen verzichten m√∂chten, sind Br√∂tchen zum Aufbacken aus dem Supermarkt, die Sie zu Hause frisch belegen k√∂nnen, eine Alternative.

Wer vorausschauend plant und sich an seine Planung h√§lt, kann auch beim Lebensmitteleinkauf sparen, ohne dabei Abstriche in Bezug auf die Gesundheit hinnehmen zu m√ľssen. Durch eigene Speisenzubereitung, eine kreative Restek√ľche und den Einsatz eines Gefrierschranks zur Vorratshaltung kann das Sparpotential weiter erh√∂ht werden.

(1) Weitere Angaben zu empfohlenen Lebensmittelmengen finden Sie hier.

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verfasst von am 1. September 2011 um 07:26

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