WHO möchte Zuckergrenze senken

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 11. März 2014

Wer nichts wagt, der nichts gewinnt: Geht es nach den Pl√§nen der Weltgesundheitsorganisation WHO, sollte in Zukunft nur noch halb so viel Zucker als bisher empfohlen auf dem Speisezettel stehen. Doch wie realistisch ist diese versch√§rfte Empfehlung? Beobachter rechnen mit einem Sturm der Entr√ľstung vonseiten der S√ľ√üwarenindustrie.

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© rockindave1

Nach einer Auswertung von rund 9000 Studien schlagen Experten der WHO vor, den Zuckerkonsum weiter einzuschränken. Hierdurch könnte der Entstehung von Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Fettleibigkeit, Diabetes und auch Karies vorgebeugt werden.

Geht es nach den Vorstellungen der WHO, sollten alle Menschen weltweit maximal ein Zwanzigstel (5 Prozent) ihres Energiebedarfs aus Zucker, Honig, Sirup und anderen S√ľ√üungsmitteln decken. Bisher lag die Grenze bei 10 Prozent. Ein Erwachsener mit Normalgewicht und durchschnittlichem Energiebedarf sollte zuk√ľnftig anstelle von 50 Gramm Zucker pro Tag (was einer Menge von ca. 12 Teel√∂ffeln entspricht) nur noch maximal 25 Gramm oder sechs Teel√∂ffel Zucker pro Tag zu sich nehmen ‚Äď Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln und Getr√§nken wie Fruchtsaftkonzentrat wird mit eingerechnet, Fruchtzucker in Obst dagegen nicht.

Die WHO ist sich bewusst, dass ihre versch√§rfte Zielvorgabe ambitioniert ist. „Wir sollten auf f√ľnf Prozent abzielen, wenn es m√∂glich ist, aber zehn Prozent ist eher realistisch“, r√§umt der Ern√§hrungsexperte der WHO, Francesco Branca, ein. Selbst wenn die 10 Prozent eingehalten w√ľrden, w√§re schon viel erreicht, denn zurzeit werden sogar rund 15 Prozent der gesamten Energiezufuhr aus Zucker gedeckt.

Die WHO hat ihren Vorschlag nun online publik gemacht und l√§dt die interessierte √Ėffentlichkeit dazu ein, bis Ende M√§rz dazu Stellung zu nehmen. Man darf insbesondere gespannt sein, wie die S√ľ√üwarenindustrie auf den erneuten Vorsto√ü reagieren wird. Beim letzten Mal vor √ľber zehn Jahren versuchte sie √ľber den US-Kongress mit einer Streichung von Geldern f√ľr die WHO zu drohen. Damals hat die WHO ihre Pl√§ne trotzdem umgesetzt.

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verfasst von am 11. März 2014 um 07:22

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