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Wie gesund ist Stadtgemüse?

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Donnerstag, 26. Juli 2012

Auch Städter haben einen Hang zur Natur. In der Hektik des Alltags ist der Kleingarten oder der zum Gartenparadies umgestaltete Balkon eine Oase der Ruhe und eine Quelle zum Energie-Auftanken. Der Anbau von eigenen Kräutern, Obst und Gemüse verschafft Erfolgserlebnisse kleinerer und größerer Art.

© greckor

Doch wie gesund sind in der Stadt kultiviertes Obst und Gemüse? Hier scheiden sich die Geister. Eine Untersuchung des Instituts für Ökologie der Technischen Universität Berlin ging der Sache auf den Grund. Untersucht wurde in der Stadt angebautes Gemüse aus Kleingärten und Flächen rund um Bäume und in Hinterhöfen.

Im Vergleich zu Supermarktgemüse enthielten Möhren, Tomaten und Mangold aus städtischem Eigenanbau deutlich mehr Zink, Blei und Kupfer. Die Nickel- und Cadmium-Werte waren ebenfalls erhöht. In hoher Konzentration können einige dieser Schwermetalle Gesundheitsschäden bis hin zu Krebs hervorrufen.

Sollte deshalb lieber auf das Gärtnern in der Stadt verzichtet werden? Dr. Ina Säumel, die Leiterin der Studie, warnt vor Panik und verweist auf englische Forschungsergebnisse. Bei der Risikobewertung sollten demnach auch positive Aspekte des Gärtnerns wie die Bewegung an der frischen Luft oder gemeinschaftliche Naturerfahrungen berücksichtigt werden. Werden Hecken zur Abschirmung zwischen Straßen und Kleingärten angepflanzt, kann der Schadstoffgehalt der Gartenprodukte gesenkt werden.

Die Ergebnisse der Studie von Säumel und Kollegen wurden in der Juniausgabe der Zeitschrift Environmental Pollution veröffentlicht.

Quelle:
I. Säumel, I. Kotsyuk, M. Hölscher, C. Lenkereit, F. Weber, I. Kowarik (2012): How healthy is urban horticulture in high traffic areas? Trace metal concentrations in vegetable crops from plantings within inner city neighbourhoods in Berlin, Germany. Environmental Pollution 165, S.124-32.

verfasst von am 26. Juli 2012 um 09:12

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