Winterzeit = Erkältungszeit: Was hilft wirklich? Teil 2

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Teil 2: Komplementärmedizinische Behandlungsansätze

Im ersten Teil des Artikels wurde der Nutzen von Medikamenten diskutiert, die zur Linderung von Erk√§ltungssymptomen eingesetzt werden. Im Folgenden berichten wir √ľber die Effekte von komplement√§rmedizinisch-alternativen Ans√§tzen.

In ihrer √úbersichtsarbeit zur Wirkung konventioneller und alternativmedizinischer Therapien bei akuten Atemwegserkrankungen f√ľhren Miriam Croessmann vom Sana Klinikum Offenbach und Prof. Dr. Markus Rose von der Universit√§t Frankfurt/Main folgende Heilmittel aus dem Bereich Ern√§hrung auf:

  • Ein L√∂ffel Honig vor dem Zubettgehen kann bei mindestens einj√§hrigen Kindern den Husten lindern und den Nachtschlaf verbessern.
  • Bei Erwachsenen, jedoch nicht bei Kindern, scheinen Zinkpr√§parate die Dauer und die Schwere von Erk√§ltungen positiv zu beeinflussen. Dies hat allerdings seinen Preis, den zu den Nebenwirkungen von oral aufgenommenem Zink z√§hlen Geschmacksmissempfindungen und √úbelkeit. Weshalb Zinkpr√§parate nicht bei Kindern wirken, ist bislang unklar.
  • Probiotische Lebensmittel, beispielsweise Joghurts, k√∂nnen m√∂glicherweise ebenfalls die Dauer banaler Atemwegsinfekte verk√ľrzen. Dies gilt besonders f√ľr Nahrungsmittel, die mit Lactobazillen und Bifidobakterien angereichert sind.
  • Knoblauchtabletten haben laut einer Untersuchung der renommierten Cochrane-Organisation zwar keinen Einfluss auf die Dauer von Erk√§ltungen, k√∂nnen aber eventuell vorbeugend wirken.
  • Hinsichtlich der Einnahme von Vitamin C sind bislang keine eindeutigen therapeutischen Effekte bei Erk√§ltungen belegt.

Hinzu kommen weitere alternativmedizinische Ansätze:

  • Echinacea (Sonnenhut) hat nach derzeitigem Stand der Wissenschaft allenfalls eine leichte prophylaktische Wirkung, die Daten zum therapeutischen Einsatz bei akuten Atemwegsinfektionen wurden als nicht √ľberzeugend bewertet.
  • Umckaloabo, ein Extrakt aus den Wurzeln der s√ľdafrikanischen Pflanze Pelargonium reniforme/sidoides, wird als „pflanzliches Antibiotikum“ insbesondere bei akuten und chronischen Atemwegsinfektionen angeboten. Umckaloabo soll das Immunsystem stimulieren, hustenstillend und schleiml√∂send wirken. In Studien wurde die Wirksamkeit bei Erwachsenen mit Erk√§ltung oder akuter Rhinosinusitis (gleichzeitige Entz√ľndung der Schleimh√§ute der Nase und der Nasennebenh√∂hlen) und auch bei Kindern und Erwachsenen mit akuter Bronchitis nachgewiesen. Allerdings bewerten die Autoren der aktuellen √úbersichtsarbeit die Qualit√§t der wissenschaftlichen Evidenz f√ľr Umckaloabo als niedrig.
  • Hom√∂opathie: Hier schreiben die Autoren, dass der Nutzen der Hom√∂opathie bei Erk√§ltungen in methodisch anspruchsvollen Studien nicht klar belegt werden konnte. Zwar erholten sich Hom√∂opathiepatienten in einer gro√üen Untersuchung nach einer Erk√§ltung schneller als konventionell behandelte Patienten, es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass der ges√ľndere Lebensstil der Erstgenannten f√ľr diesen Effekt verantwortlich ist. Eine weitere Vergleichsstudie attestierte einen √§hnlichen Erkrankungsverlauf bei beiden Behandlungsans√§tzen.
  • Fragw√ľrdig ist auch der Nutzen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Zwar wurden der TCM in einer fr√ľheren √úbersichtsarbeit g√ľnstige Effekte bescheinigt, allerdings beruht dieses Ergebnis auf einer einzigen positiven Studie.
  • Bei Kindern linderten Meerwasser-Sp√ľlungen nasale Symptome und hatten den positiven Nebeneffekt, dass weniger schleimhautabschwellende Mittel (Dekongestiva) ben√∂tigt wurden.

Fazit

Die Autoren halten fest, dass eine g√ľnstige Wirkung von Selbstmedikationspr√§paraten gegen Husten und Erk√§ltungen f√ľr Kinder nicht belegt ist. Aufgrund der zum Teil erheblichen Nebenwirkungen sollte insbesondere bei j√ľngeren Kindern nicht eigenm√§chtig mit Medikamenten experimentiert werden. In Bezug auf ganzheitliche Ans√§tze scheinen Probiotika, Zink bei Erwachsenen und Honig zur Nacht bei Kindern jenseits des S√§uglingsalters Symptome zu lindern und den Verlauf einer Erk√§ltung g√ľnstig zu beeinflussen. Hausmittel wie Knoblauch und Gurgeln verdienten, so die Autoren, gut geplante, vorausschauende (prospektive) Studien zur Untersuchung der wissenschaftlichen Evidenz.

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verfasst von am 8. Dezember 2016 um 07:17

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Ein Kommentar zu “Winterzeit = Erk√§ltungszeit: Was hilft wirklich? Teil 2”

  1. Dr. Edmund Berndt sagt:

    Jeden Tag erscheinen substanzlose Gesundheitsbeitr√§ge. Ewig das gleiche Wohlf√ľhl- u. Wellnessgeschreibe. Und immer die absolut falsche Darstellung der Hom√∂opathie. Es geh√∂rt zum guten Ton, und so auch hier, die Hom√∂opathie als doch irgendwie wirksam und n√ľtzlich darzustellen.

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