Worauf achten Studenten bei ihrer Ernährung? Alter und Geschlecht als Selektionskriterien

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 24. September 2015

Mit ein wenig Menschenkenntnis und Erfahrung gelingt es häufig, Studierende bestimmten Fachrichtungen zuzuordnen. Doch nicht nur äußerliche Merkmale und das Auftreten unterscheiden sich zwischen verschiedenen Studiengängen, sondern auch Ernährungseinstellungen und Essensvorlieben.

An der Bonner Universit√§t wurden insgesamt 1.593 Studierende verschiedener Fachrichtungen (Recht, Mathematik, Germanistik, Sozialwissenschaften, Medizin, Agrar- und Ern√§hrungswissenschaften) zu ihren Einstellungen, Vorlieben und Abneigungen in Bezug auf ihre Ern√§hrung und damit verbundene Aktivit√§ten (beispielsweise Einkaufen gehen oder die Zubereitung von Speisen) befragt. Die meisten Studierenden waren zwischen 18 und 24 Jahre alt, wobei Frauen bedingt durch die Wahl der Studieng√§nge zahlenm√§√üig leicht √ľberrepr√§sentiert waren. Unter Verwendung eines speziellen Verfahrens gelang es der Wissenschaftlerin Alice Barth vom Institut f√ľr politische Wissenschaft und Soziologie an der Universit√§t Bonn, grundlegende Ern√§hrungsorientierungen zu identifizieren. Sie unterschied dabei folgende Grundmuster:

  • Gesundheitsorientierung
  • Zubereitungsorientierung
  • Genussorientierung
  • Nahrungsaufnahme als Nebensache
  • Verbindung von Essen mit positiven sowie negativen Emotionen

Frau Barth von der Universit√§t Bonn stellte fest, dass sowohl der Studiengang als auch das Geschlecht der Studierenden im Zusammenhang mit ihrer Ern√§hrungsorientierung standen. Studentinnen hatten h√§ufiger einen emotionalen Bezug zum Essen, bereiteten Speisen lieber selbst zu und achteten mehr auf eine gesunde Ern√§hrungsweise als ihre m√§nnlichen Kommilitonen. In Bezug auf den Studiengang bestanden deutliche Unterschiede zwischen Studierenden naturwissenschaftlicher beziehungsweise geistes-, sozial- und ern√§hrungswissenschaftlicher Fachrichtungen: W√§hrend Studierende der letztgenannten Fachrichtungen Essen als genussvolles Gemeinschaftserlebnis verstanden und insgesamt gesundheitsbewusster zu sein schienen, war die Ern√§hrungsorientierung naturwissenschaftlicher Studierender eher pragmatisch. Qualit√§t und Genuss beim Essen waren f√ľr sie vergleichsweise unwichtig.

Nach ihren Vorlieben befragt, waren Nudeln bei den meisten Studierenden (68,5 Prozent) beliebt. M√§nner waren dar√ľber hinaus vergleichsweise h√§ufig f√ľr Fleisch, Fast Food und traditionelle deutsche Gerichte zu begeistern, w√§hrend Frauen frisches Gem√ľse, vegetarische oder vegane Speisen, S√ľ√üspeisen und Salate bevorzugten. Auf ein Wort reduziert, beschrieb Frau Barth den „m√§nnlichen Geschmack“ als eher „deftig„, das „weibliche Geschmacksmuster“ dagegen als „leicht„.

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verfasst von am 24. September 2015 um 06:44

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