Zuckerhaltige Getränke: Schon kleine Einsparungen lohnenswert

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Mittwoch, 2. November 2016

Auf den einen zuckerhaltigen Softdrink kommt es nun auch nicht mehr an. – Oder doch? Bereits der Austausch eines Softdrinks täglich durch Wasser kann das Körpergewicht reduzieren und den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern, wie eine US-amerikanische Studie ergab.

Die zusätzliche Kalorienaufnahme in Form von zuckerhaltigen Getränken wie Limonade, Energydrinks und gezuckertem Kaffee erhöht das Risiko für eine Gewichtszunahme bis hin zur Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In den USA wird ebenso wie in Deutschland empfohlen, die Aufnahme freier Zucker auf maximal 10 Prozent der gesamten Energieaufnahme zu beschränken. Daher sollten zuckerfreie Getränke, insbesondere Wasser, bevorzugt werden. Aus früheren Studien ist bekannt, dass Menschen, die anstelle von mit Süßstoffen gesüßten Getränken Wasser trinken, zugleich auch mehr Obst und Gemüse essen, einen niedrigeren Blutzuckerwert haben und besser hydriert sind.

Meistens sind kleine Änderungen im Ernährungsverhalten leichter zu realisieren. Dass sie dabei auch noch gesundheitlich relevant sein können, zeigt die aktuelle Studie. Dr. Kiyah J. Duffey und Dr. Jennifer Poti untersuchten, welche Auswirkungen der Ersatz von einem Glas (237 Milliliter) eines zuckerhaltigen Getränks durch ein Glas Wasser pro Tag hätte. Für ihre Studie verwendeten die Wissenschaftlerinnen Daten von 19.718 erwachsenen US-Amerikanern aus der renommierten „Nationalen Gesundheits- und Ernährungsuntersuchung“ (NHANES, 2007-2012). Die Wissenschaftler modellierten die Änderung der Energieaufnahme, wobei sie davon ausgingen, dass der Verzicht auf ein Glas des zuckerhaltigen Getränks zu einer Einsparung von 100 Kalorien pro Tag führt.

Wir fanden heraus, dass sich durch den Austausch eines zuckerhaltigen Getränks bei US-amerikanischen Erwachsenen, die bislang ein solches Getränk pro Tag tranken, der Anteil der Kalorien aus Getränken von 17 auf 11 Prozent reduzierte“, erläutert Dr. Kiyah J. Duffey. Selbst diejenigen, die mehrere zuckerhaltige Getränke pro Tag konsumierten, konnten noch vom Wasseraustausch profitieren, so Duffey weiter, da sich dadurch der Anteil der Getränke an der Gesamtenergieaufnahme pro Tag auf weniger als 25 Prozent reduzierte.

Eine Simulation unter Verwendung aktueller Studiendaten ergab darüber hinaus, dass durch den Ersatz eines zuckerhaltigen Getränks durch Wasser die Prävalenz von Adipositas (Fettleibigkeit) um ein Drittel zurückgehen und der Anteil der Probanden mit Normalgewicht in ähnlichem Umfang zunehmen würde.

Durch den Austausch verbesserte sich auch der neu entwickelte „Healthy Beverage Index“ (gesunder Getränke-Index). Er soll Menschen helfen, darauf zu achten, was und wie viel sie täglich trinken. Bessere Indexwerte korrelierten bislang mit besseren Cholesterinspiegeln, einem geringeren Bluthochdruckrisiko und bei Männern zudem mit einem geringeren Blutdruck insgesamt, sodass der Ersatz eines zuckerhaltigen Getränks durch Wasser möglicherweise weitere günstige gesundheitliche Effekte nach sich zieht.

Damit, so folgern die Wissenschaftlerinnen, erweist sich der Austausch von zuckerhaltigen Getränken durch Wasser zunehmend als Strategie zur Einschränkung der Energieaufnahme und als Unterstützung zur Erreichung der Empfehlung zur Flüssigkeitsaufnahme.

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verfasst von am 2. November 2016 um 10:43

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2 Kommentare zu “Zuckerhaltige Getränke: Schon kleine Einsparungen lohnenswert”

  1. Carina sagt:

    Ich halte auch sehr wenig von Softdrinks, nicht nur dass sie ungesund sind, mir schmecken die meisten auch nicht. Wusste aber bisher nicht dass so kleine Mengen einen so großen Einfluss haben können.
    LG

  2. Michelle sagt:

    Sehr interessante Studienergebnisse. Ich habe nie verstanden, wie man Softdrinks als echte Durstlöscher nutzen kann. Wenn man sich im Freibad mal eine eisgekühlte Cola gönnt, ist das ja in Ordnung. Jeden Tag 1-2 Liter Flüssigkeit über Softdrinks konsumieren, ist für mich unvorstellbar.

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