Zuckerkranke Eltern – häufiger Prädiabetes

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 22. Oktober 2013

Wer mit einem Diabetiker nah verwandt ist, bekommt nicht nur eher Diabetes. Auch Prädiabetes, eine Diabetes-Vorstufe, die zu einem Diabetes führen kann, tritt bei familiärer Belastung häufiger auf. Einen Prädiabetes haben weltweit schätzungsweise 470 Millionen Menschen.

Pik Diabetes
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Das Risiko für einen Diabetes steigt um das zwei- bis vierfache, wenn Verwandte ersten Grades an Diabetes mellitus erkrankt sind. Inwieweit die Erkrankung eines Familienmitglieds jedoch das Prädiabetes-Risiko beeinflusst, war bisher nicht näher erforscht. Wissenschaftler um Dr. Andreas Fritsche am Deutschen Zentrum für Diabetesforschung gingen dieser Frage nach. Sie untersuchten dazu in einer Übersichtsarbeit Daten von 8106 Menschen, die auf einen Prädiabetes getestet wurden. Die Werte erhoben Forscher an den Studienzentren des Deutschen Zentrum für Diabetesforschung an der Universität Tübingen, am Helmholtz Zentrum München, am Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf sowie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke und an der Universität Dresden. Die Studie wurde am 21. August in der Zeitschrift Diabetologica veröffentlicht.

Wenn Vater, Mutter oder Geschwister einen Diabetes hatten, erhöhte sich das Risiko für einen Prädiabetes um 26 Prozent. Fritsche und Team berücksichtigten bei ihrer Auswertung den Einfluss von Alter, Geschlecht und der Körperfettmasse. Einen Zusammenhang zwischen familiärer Belastung und erhöhtem Prädiabetes-Risiko stellten die Wissenschaftler vor allem bei schlanken Personen fest. Adipöse Menschen (BMI > 30 kg/m²) hingegen,  in deren Familie ein Diabetes auftrat, schienen kein erhöhtes Prädiabetes-Risiko zu haben. Fritsches Deutung: „Eine Erklärung könnte sein, dass die Wirkung der Familiengeschichte auf die Entstehung von Prädiabetes nur dann gut messbar ist, wenn sie nicht durch erhebliche andere Risikofaktoren wie Übergewicht überlagert wird.“

Auch eine schwedische Studie fand einen Zusammenhang zwischen einer familiären Belastung mit Diabetes mellitus Typ 2 und einem erhöhten Prädiabetes-Risiko. Nach Meinung der Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung weist ein solcher Zusammenhang darauf hin, dass eine familiäre Belastung bei der frühen Krankheitsentstehung eine bedeutende Rolle spiele.

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verfasst von am 22. Oktober 2013 um 07:31

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