Aminosäuren

allgemeine Strukturformel einer Aminosäure

Aminosäuren sind organische Verbindungen und Grundbausteine aller Proteine (Eiweiße).

Chemisch gesehen sind es Carbonsäure-Abkömmlinge, die sich aus den folgenden Bestandteilen zusammensetzen:

  • Kohlenstoffgrundger√ľst
  • Carboxylgruppe - COOH
  • Aminogruppe - NH2
  • Seitenkettenreste - R

Das Kohlenstoffgrundger√ľst, die Carboxylgruppe und die Aminogruppe, sind bei jeder Aminos√§ure gleich, die einzelnen Aminos√§uren unterscheiden sich nur in ihrer Seitenkette. In der Natur kommen √ľber 250 Aminos√§ure-Verbindungen vor. Der Mensch kann nur 20 von ihnen zum Aufbau von Proteinen verwerten. Diese Vertreter hei√üen proteinogene Aminos√§uren. Ein Ein- und ein Drei-Buchstaben-Code dienen der Abk√ľrzung der Bezeichnungen f√ľr die proteinogenen Aminos√§uren, z. B. kann die Aminos√§ure Leucin durch "L" oder "Leu" abgek√ľrzt werden. Die anderen Aminos√§ure-Verbindungen werden als nichtproteinogene Aminos√§uren bezeichnet. Sie kommen zwar zum Teil auch im Organismus vor und erf√ľllen wichtige Aufgaben, sind aber nicht Bestandteil der K√∂rperproteine.

Die proteinogenen Aminosäuren können anhand verschiedener Kriterien weiter differenziert werden:

1. In Bezug auf die Notwendigkeit einer Aminos√§ure f√ľr den Organismus und seine F√§higkeit zu ihrer Synthese unterscheidet man:

Ein Mangel an den unentbehrlichen (= essentiellen) Aminos√§uren ist bei den √ľblichen Verzehrgewohnheiten in der Bundesrepublik Deutschland nicht zu bef√ľrchten. In Entwicklungsl√§ndern spielt die Protein-Energie-Mangelern√§hrung (PEM) mit den Krankheitsbildern Kwashiorkor (Eiwei√ümangel) und Marasmus (Energie- und Eiwei√ümangel) allerdings eine gro√üe Rolle. In den Industriel√§ndern k√∂nnen vereinzelt Patienten mit AIDS oder Erwachsene nach Magenbypass-Operationen davon betroffen sein.

2. Weiterhin ist eine Differenzierung nach den chemischen und elektrischen Eigenschaften bzw. der Molek√ľlstruktur der Seitenketten m√∂glich. Dabei unterscheidet man:

Die meisten Aminosäuren lassen sich mehreren Gruppen zuordnen.

3. Eine dritte Möglichkeit der Unterscheidung ergibt sich aus der Art des Abbaus der Aminosäuren im Körper.

  • Glucogene Aminos√§uren liefern bei ihrem Abbau Bausubstanz f√ľr die Herstellung von Zuckern und Bestandteile des Citratcyclus.
  • Ketogene Aminos√§uren hingegen werden zu Ketonk√∂rpern verstoffwechselt und k√∂nnen nicht zur Neusynthese von Glucose herangezogen werden.

Einige Aminosäuren sind sowohl ketogen als auch glucogen.

Siehe auch: limitierende Aminosäure

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