Getestet: Selbst gemachter Erbseneintopf schmeckt am besten

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 8. März 2022

In der kalten Jahreszeit erfreuen sich Eintöpfe großer Beliebtheit. Doch je nach Rezept kann dessen Zubereitung aufwändig und zeitintensiv sein. Sind industriell hergestellte Eintöpfe aus der Konservendose eine geschmacklich interessante Alternative?

Unter Regie des Radiosenders WDR5 haben zwei Vertreter des Vereins „Slow Food“1 und ein Ernährungsexperte neun Erbseneintöpfe aus der Dose getestet. Bei zwei Eintöpfen handelten es sich um Bioprodukte, einer davon war vegetarisch.

Pro Produkt konnten die Prüfer bis zu 10 Punkte vergeben, wobei die 10 einem sehr guten Gesamturteil entsprachen. Wichtigstes Prüfkriterium war der Geschmack, der mit 50 Prozent in das Gesamturteil einging. Außerdem berücksichtigen die Prüfer Aussehen, Geruch und Konsistenz der Eintöpfe aus der Konserve.

Die Preisspanne der in Supermärkten und Discountern erworbenen Produkte war beachtlich: Sie reichte von 1,19 Euro bis 5,19 Euro pro Dose (800 Gramm Inhalt). Erwartungsgemäß waren Bioprodukte am teuersten, dagegen gab es bei den Markenprodukten deutliche Unterschiede. Eigenmarken und Produkte vom Discounter bewegten sich im untersten Preisbereich.

So richtig überzeugt waren die Prüfer von keinem der Erbseneintöpfe. Und so schnitt selbst das am besten bewertete Produkt lediglich mit „befriedigend“ ab. Wobei die erreichte Punktzahl (7,5 Punkte) eigentlich recht gut war. Der Probierrunde schmeckte dieser Eintopf „insgesamt recht lecker“ und auch die Konsistenz und Würzung des Eintopfs fanden Anklang. Interessanterweise handelt es sich bei dem Testsieger um eine Handelsmarke und das günstigste Produkt der Stichprobe.

Auch die Produkte auf dem zweiten bis vierten Platz erhielten eine „befriedigende“ Gesamtbewertung (einmal 6,9 Punkte, zweimal 6,7 Punkte). Den zweiten Platz erreichte die Bioerbsensuppe mit Würstchen. Auf dem dritten Platz befand sich das vegetarische Bioprodukt, das die Dreierrunde trotz fehlender Fleischeinlage als gut gewürzt bewertete.

Das Schlusslicht im Geschmackstest bildete ein günstiges Produkte eines Markenherstellers. Hier bemängelten die Prüfer den schwachen Geruch, die weiche und breiige Konsistenz sowie einen flachen Geschmack, der von einem metallischen Beigeschmack begleitet wurde. Dennoch erreichte das Produkt noch ein „ausreichendes“ Gesamturteil mit 4,9 Punkten. Ein Blick auf die Zutatenliste lässt erahnen, weshalb dieser Eintopf nicht mit seinem Geschmack punkten konnte: Es waren lediglich dürftige 18 Prozent Erbsen enthalten, dazu 5 Prozent Bockwurst, 3,5 Prozent Karotten und 2,3 Prozent Kartoffeln. Mit Omas traditionellem Erbseneintopf hat dieses Produkt kaum Ähnlichkeit…

Zwar wurde weder bei der Auswahl noch bei der Bewertung der Produkte streng wissenschaftlich vorgegangen, dennoch können die Ergebnisse Hinweise auf die geschmackliche Qualität von Erbseneintöpfen aus der Konserve geben. Wenn es schnell gehen muss, sollte man sich zumindest im Supermarkt die Zeit nehmen und auf die Zutatenliste (Anteil verschiedener Zutaten, Auswahl an Gewürzen, Geschmacksverstärker?) und den Salzgehalt verschiedener Produkte achten.

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1 Der Verein Slow Food setzt sich für genussvolles, bewusstes und regionales Essen ein und gilt als Gegenbewegung zum uniformen und globalisierten Fast Food.

verfasst von am 8. März 2022 um 08:33

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