Bloombergs Salzkampagne

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 12. März 2013

New Yorker Initiative zeigt erste Erfolge

New Yorks Bürgermeister Bloomberg kämpft auf breiter Front. Neben einem öffentlichen Rauchverbot und einem Verbot von Mega-Softdrink-Bechern (1) soll eine Initiative zur Verringerung des Salzgehalts in Lebensmitteln die Gesundheit der New Yorker verbessern. Drei Jahre nach Beginn der Salzkampagne verkündet Bloomberg auf einer Pressekonferenz erste Erfolge.

Salz und Pfeffer jking89
© jking89

Mit seiner Initiative möchte Bürgermeister Bloomberg nach eigener Aussage niemandem die Pommes oder den Hamburger wegnehmen. „Die esse ich selbst gerne. Aber ich will, dass sie weniger gesundheitsschädlich sind“, so Bloomberg über seine Absichten.

Neun von zehn Amerikanern essen mehr Salz als für eine gesunde Ernährung empfohlen wird. Zu viel Natrium erhöht jedoch das Risiko für Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Schlaganfälle. Im Jahr 2010 wurden deshalb amerikanische Lebensmittel produzierende Unternehmen und Restaurantketten dazu aufgerufen, freiwillig den Salzgehalt ihrer Produkte zu reduzieren. Je nach Produktgruppe wurden unterschiedliche Zielwerte vorgegeben, bei Wurst- und Käseaufschnitt sollte der Salzgehalt beispielsweise um ein Viertel verringert werden, bei Müsli und Cornflakes um 40 Prozent.

Anfang Februar zog Bloomberg nun in New York eine erste positive Zwischenbilanz. Innerhalb von drei Jahren sei es 21 Unternehmen und Restaurants gelungen, den Salzgehalt um 18 bis 33 Prozent zu senken. Zu den Unternehmen zählen Betriebe, die Dips, Barbecue-Soßen und Ketchup, Wurstaufschnitt und Käseprodukte sowie Bohnenkonserven und Pizza herstellen.

Wie konnten die Unternehmen diese Salzeinsparung erreichen? Zum einen, indem Salz mit feinerer Partikelgröße verwendet wurde. Auf diese Weise verteilt sich der salzige Geschmack über eine größere Oberfläche. In erster Linie aber wurde Kochsalz (Natriumchlorid) durch Kaliumchlorid ersetzt, das ebenfalls salzig schmeckt. Die gesundheitsschädigenden Wirkungen von Salz werden vor allem auf das enthaltene Natrium zurückgeführt, Kalium dagegen wirkt sogar blutdrucksenkend. Allerdings besitzt Kalium in Form von Kaliumchlorid einen bitteren Beigeschmack, welcher durch den Zusatz weiterer Stoffe überdeckt werden muss. Welche Stoffe dies genau sind, fällt unter das Betriebsgeheimnis der Lebensmittelunternehmen. Es lässt sich daher nicht sagen, ob die Verwendung von Kaliumchlorid durch die Firmen tatsächlich zu gesünderen Produkten führt. Und auch Kaliumchlorid sollte nur begrenzt über die Nahrung zugeführt werden, weil allzu große Mengen dieses Salzes die Nieren schädigen können.

Auch wenn Bloomberg einen reduzierten Salzeinsatz in bestimmten Produkten feststellt, ist schwerlich abzusehen, inwieweit die Salzaufnahme der New Yorker Bürger in der Folge sinken wird. Angaben der Amerikanischen Herzgesellschaft (AHA) zufolge nehmen die Amerikaner das meiste Salz mit Brot und Brötchen, Wurstwaren, geräuchertem Fleisch, Pizza, Geflügel, Suppen und Sandwichs auf. Dabei stammen vier Fünftel der täglich aufgenommenen Salzmenge aus vorgefertigten Lebensmitteln, das restliche Fünftel wird zum Würzen der Speisen von Verbrauchern im eigenen Haushalt zugefügt.

Während eine Verringerung des Salzgehaltes bei sehr salzreichen Lebensmitteln wie den oben genannten Gewürzsoßen, dem Aufschnitt und der Pizza vergleichsweise einfach umzusetzen ist, lässt sich der Salzgehalt von Brot und Backwaren schwieriger reduzieren. Doch auch in diesem Lebensmittelsektor gibt es erste Ansätze. New Yorks Bürgermeister jedenfalls plant mit seiner Salzkampagne den Salzgehalt in Lebensmitteln bis zum Jahr 2015 um 25 Prozent zu senken.

Quellen einblenden

Sie interessieren sich für den Natrium-Gehalt eines bestimmten Lebensmittels? In unserer Rubrik „Lebensmittel“ werden Sie sicher fündig.

(1) Hinweis: Aktuell neue Entwicklung: Verbot der Abgabe großer Softdrinkportionen vorläufig gestoppt.

verfasst von am 12. März 2013 um 07:13

Was ist das?

DEBInet-Ernährungsblog - über uns

Unsere Autoren schreiben für Sie über Aktuelles und Wissenswertes aus Ernährungswissenschaft und Ernährungsmedizin. Die redaktionell aufbereiteten Texte richten sich nicht nur an Experten, sondern an alle, die sich für das Thema "Ernährung" interessieren.

Sie können sich die Beiträge per Newsletter zuschicken lassen oder diese über RSS-Feed oder Twitter abonnieren.

Der "DEBInet-Ernährungsblog"
ist ein Projekt der


© 2010-2016 Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

- noch keine Kommentare -

Kommentar abgeben