Typ 2-Diabetes: Weniger Mahlzeiten = höherer Gewichtsverlust

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 5. November 2013

Entgegen weit verbreiteter Ansichten scheint es während der Gewichtsabnahme von Vorteil zu sein, wenn die insgesamt aufgenommene Energie auf wenige Mahlzeiten verteilt wird. Das Einsparen von Mahlzeiten kann sich auch positiv auf weitere Stoffwechselparameter auswirken wie Dr. Hana Kahleova auf dem diesjährigen Kongress der Amerikanischen Diabetes-Gesellschaft erläuterte.

Frühstück schreiblockade
© Klaus Kommoss

Die neuen Erkenntnisse zur Gewichtsabnahme von Patienten mit Typ 2-Diabtes stammen aus einer tschechischen Studie, an der 54 Probanden unter oraler Antidiabetikatherapie teilnahmen. Mit einem Body-Mass-Index (BMI) von durchschnittlich 32,6 kg/m2  lag das Gewicht der Teilnehmer im adipösen Bereich und eine Diät war, auch aufgrund der Diabeteserkrankung der Patienten, sicher empfehlenswert.

Für die kommenden 24 Wochen erhielten alle Probanden eine kalorienreduzierte Kost (Reduktion der gesamten Energieaufnahme um 500 Kalorien pro Tag). Die Hälfte der Probanden sollte die Kalorienmenge zunächst auf sechs Mahlzeiten verteilen, die andere Gruppe nahm nur zwei, dafür kalorienreichere Mahlzeiten zu sich (Frühstück zwischen 6 und 10 Uhr, Mittagessen zwischen 12 und 16 Uhr, kein Abendessen). Nach zwölf Wochen wurde getauscht. Unabhängig davon, wie viele Mahlzeiten die Probanden zu sich nahmen, waren der Gesamt-Energiegehalt sowie der Anteil an Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen in beiden Gruppen gleich.

Zu Beginn der Studie sowie am Ende jeder Abnahmephase (also nach 12 und 24 Wochen) wurden die Probanden gewogen, es wurde Blut abgenommen, und ihr Energieumsatz wurde bestimmt. Anschließend wurde ermittelt wie sich diese Parameter bei allen Probanden während der beiden Abnahmephasen veränderten.

Der Verzicht aufs Essen hatte sich in beiden Gruppen gelohnt: Unabhängig davon, wie viele Mahlzeiten sie einnahmen, nahmen beide Gruppen ab. Allerdings war die Abnahme bei der Einnahme von zwei Mahlzeiten um durchschnittlich 1,4 Kilogramm größer als wenn sechs Mahlzeiten eingenommen wurden. Dementsprechend sank der BMI ebenfalls stärker um 1,23 Punkte bei zwei Mahlzeiten vs. 0,82 Punkte bei sechs Mahlzeiten. Durch die Gewichtsabnahme nahm außerdem der Fettgehalt der Leber ab, die Blutfettwerte (Triglyzeride und LDL-Cholesterin) verbesserten sich, der Langzeitblutzuckerwert HbA1c sank, und die Körperzellen sprachen besser auf das körpereigene Insulin an. Auch hier zeigten sich teilweise Unterschiede zwischen den Mahlzeitengruppen: Die Leberwerte und die Insulinsensitivität hatten sich in der Gruppe mit nur zwei Mahlzeiten stärker verbessert. Auch beim HbA1c-Wert zeigte sich eine tendenzielle Verbesserung, dagegen bestand kein Unterschied bei Triglyzeriden und LDL-Cholesterin, wenn weniger Mahlzeiten eingenommen wurden.

Wie lässt sich die unterschiedliche Gewichtsabnahme bei gleicher Aufnahme von Kalorien erklären? Eine Erklärung wären Unterschiede im Energieumsatz der Probanden. Durch die verringerte Energieaufnahme sank der Grundumsatz in beiden Gruppen, das heißt, die Probanden verbrannten in Ruhe weniger Energie. Dieser eigentlich für eine Gewichtsabnahme ungünstige Effekt war bei einer Einnahme von sechs Mahlzeiten tendenziell stärker ausgeprägt als bei zweien und kann die Gewichtsabnahme entsprechend beeinflusst haben. Je nachdem wie streng die Mahlzeitenaufnahme der Probanden kontrolliert wurde, könnten aber auch Unterschiede bei der Energieaufnahme, die den Forschern nicht bekannt wurden, das Ergebnis der Studie verfälscht haben.

Da nur sehr wenige Probanden an dieser Studie teilnahmen (insgesamt 54), ist ihre Aussagekraft eingeschränkt. Bevor weiterreichende Schlussfolgerungen daraus gezogen werden, sollten weitere Studien die Ergebnisse untermauern.

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verfasst von am 5. November 2013 um 09:54

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