„Diät“-Pommes bei Burger King: Teure Augenwischerei

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 15. Oktober 2013

Seit längerem versucht McDonald’s, sein ungesundes Fast Food-Image durch Ergänzung gesunder Komponenten aufzubessern, indem Salat, Äpfel und Mineralwasser als Alternativen zu Pommes frites, Softdrinks und Co. angeboten werden. Nun zieht Burger King nach. Fett- und kalorienreduzierte Pommes frites sollen Kunden zurückgewinnen und Marktanteile sichern.

Pommes frites
© stevendepolo

Wer ein Fast Food Restaurant besucht, tut dies in der Regel nicht um dort Salat und Äpfel zu essen. Nach Angaben der New York Times bestellen über die Hälfte der Burger King-Kunden bei ihrem Besuch Pommes frites, obwohl Pommes allgemein als salz- und fettreiche Kalorienbomben gelten. In den USA sind inzwischen zwei von drei Erwachsenen und jedes dritte Kind übergewichtig oder sogar fettleibig. Höchste Zeit also, den Figurkillern zu Leibe zu rücken.

Diese Marktlücke möchte Burger King nun schließen. Nach zweijähriger Entwicklungsarbeit ist es der Fast-Food-Kette gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner McCain gelungen, Pommes frites zu entwickeln, die nach dem Garen ein Drittel weniger Fett und ein Fünftel weniger Kalorien haben als die herkömmlichen French Fries von Burger King. Dies gelang durch eine Veränderung der Rezeptur, wie Burger King verriet. Die „Satisfries“ (ein Kunstwort aus „satisfaction“ [Zufriedenheit] und „french fries“) sollen beim Garen weniger Fett aufsaugen als die herkömmliche Variante und innen locker und außen knusprig sein, verspricht das Unternehmen.

Unterm Strich hat eine kleine Portion der fettreduzierten Pommes 70 Kalorien weniger als die herkömmliche Variante. In Relation zu den verbleibenden 270 Kalorien ist die Ersparnis eher mager. Dennoch sollen die Satisfries (und das bessere Gewissen) den Kunden 30 US-Cent pro kleiner Portion mehr wert sein. Während Burger King sich offiziell um die Gesundheit seiner Kunden sorgt, sehen Kritiker in der Satisfries-Kampagne in erster Linie eine Maßnahme zur Sicherung von Marktanteilen. Auch in Deutschland hatte Burger King in letzter Zeit massive Schwierigkeiten, sich gegen seinen größten Konkurrenten McDonald’s zu behaupten, der schon seit längerem zusätzlich gesunde Ergänzungen zum Fast Food anbietet.

Und was halten Ernährungsexperten von dem neuen Angebot? 70 Kalorien Ersparnis pro Portion ist in ihren Augen Augenwischerei. Außerdem befürchten sie, dass die Leute das Angebot falsch verstehen und die doppelte Portion kaufen, in dem Glauben, die neuen Pommes seien gesünder. Im Vergleich schneiden die Satisfries übrigens nicht besser ab als die herkömmlichen Pommes des Hauptkonkurrenten, die mit rund 230 Kalorien zu Buche schlagen.

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verfasst von am 15. Oktober 2013 um 08:33

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Ein Kommentar zu “„Diät“-Pommes bei Burger King: Teure Augenwischerei”

  1. Moose sagt:

    Den gleichen Kalorien-Einspar-Effekt hat man übrigens auch, wenn man statt der „Diät“-Pommes (gibt es die bei uns in D überhaupt?) z.B. bei einem „Big-King“-Menü die reguläre Cola durch eine Apfelschorle ersetzt, welche, wie ich finde, auch noch besser den Durst löscht ! Leider hat dann das komplette Menü immer noch knapp 1000 kcal insgesamt.

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