Durch BMI möglicherweise Anteil Adipöser unterschätzt

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Mittwoch, 11. April 2012

Amerikanische Forscher verglichen den Anteil Adipöser, der sich durch die Anwendung des BMI ergibt, mit dem Anteil bei Bestimmung des tatsächlichen Körperfettanteils. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass durch Verwendung des BMI einige eigentlich fettleibige Menschen unerkannt blieben. Zwar zeigten beide Methoden meist eine gute Übereinstimmung, dennoch wurden bis zu 39 Prozent der 1393 untersuchten Teilnehmer trotz erhöhtem Körperfett durch eine BMI-Bestimmung nicht als adipös erfasst.

Nach aktueller √úbereinkunft liegt bei einem BMI-Wert >30 eine Adipositas vor. Beim K√∂rperfettanteil gelten 25 Prozent f√ľr M√§nner und 30 Prozent f√ľr Frauen als Grenzwerte f√ľr eine Fettleibigkeit. Unterschiede fanden sich abh√§ngig von der Erhebungsmethode vor allem bei Frauen, insbesondere bei √§lteren. Bei diesen tr√§gt wahrscheinlich ein altersbedingter Verlust an Muskelmasse zu einer Fehleinsch√§tzung bei. Der Muskelanteil wird beim BMI nicht ber√ľcksichtigt, denn die Ma√üzahl bezieht lediglich K√∂rpergr√∂√üe und -gewicht mit ein.

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse k√∂nnten niedrigere BMI-Grenzwerte angebracht sein, meinen die Forscher. Sie sprechen sich f√ľr einen BMI von 24 kg/m¬≤ f√ľr Frauen und 28 kg/m¬≤ f√ľr M√§nner aus.

Quelle:
Shah NR , Braverman ER (2012) Measuring Adiposity in Patients: The Utility of Body Mass Index (BMI), Percent Body Fat, and Leptin. PLoS ONE 7(4): e33308. doi:10.1371/journal.pone.0033308

verfasst von am 11. April 2012 um 06:22

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3 Kommentare zu “Durch BMI m√∂glicherweise Anteil Adip√∂ser untersch√§tzt”

  1. Hmm. Also ganz im Ernst: Braucht man da denn einen genauen Richtwert?
    Man sieht doch ob jemand √ľbergewichtig ist oder nicht.

  2. Dr. Chr. Weis sagt:

    Wie wurde der „tats√§chliche“ K√∂rperfettanteil gemessen? Der neue amerikanische Index gilt doch bereits als ungenau.

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