Ein Burger kommt selten allein

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 18. März 2014

Kinder, die häufig Fast Food essen, neigen zu Übergewicht: Der Zusammenhang liegt auf der Hand. Doch die schnell verzehrten Kalorienbomben zwischendurch sind wahrscheinlich nicht die alleinige Ursache für den etwas zu guten Ernährungszustand von Heranwachsenden, wie eine US-amerikanische Studie zeigte.

Fast Food
© Nick P

Im Rahmen der Nationalen Gesundheits- und Ernährungsstudie der USA (NHANES), wurden 4466 Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis achtzehn Jahren (bzw. stellvertretend ihre Eltern) zu ihrer Ernährung befragt. Neben Art und Menge jedes verzehrten Lebensmittels wurde auch der Ort festgehalten, an dem die Probanden die jeweiligen Mahlzeiten einnahmen. Für die Auswertung wurden die Probanden dann anhand ihres Verzehrs an Fast Food außer Haus drei Gruppen zugeordnet:

  • Fast Food-Vielverzehrer: Sie deckten über 30 Prozent ihres täglichen Energiebedarfs aus Fast Food.
  • Fast Food-Gelegenheitsverzehrer: Diese Gruppe nahm 0,1 bis 30 Prozent ihres täglichen Energiebedarfs in Form von Fast Food zu sich.
  • Fast Food-Abstinenzler gaben an, während des Beobachtungszeitraums überhaupt kein Fast Food verzehrt zu haben.

Betreiber von Fast Food Ketten können sich freuen: die Hälfte der jungen Probanden hatte dort im Erhebungszeitraum Fast Food verzehrt, jedes fünfte Kind davon zählte sogar zu den Vielverzehrern. Doch der Verzehr außer Haus war nicht das einzige Ernährungsmerkmal, das die Gruppen unterschied: Kinder und Jugendliche, die außer Haus Fast Food verzehrten, ernährten sich auch Zuhause ungesünder. Sie aßen mehr Süßigkeiten und salzreiche Snacks, mehr fettreiche Sandwiches sowie Pommes Frites und tranken häufiger gezuckerte Getränke als Fast Food-Abstinenzler. Dies galt insbesondere für Vielverzehrer von Fast Food. Der Unterschied zwischen den Gruppen war aber auch für Gelegenheitsverzehrer signifikant. Die Wissenschaftler mutmaßen, dass Eltern von Kindern, die häufig außer Haus Fast Food verzehren, nicht die Zeit, die finanziellen Mittel oder/und die notwendigen Kenntnisse besitzen, zuhause ein gesundes Essen zuzubereiten. Hier stellt sich allerdings die Frage, ob wiederholte Besuche von Fast Food-Restaurants tatsächlich billiger sind als selbst zu kochen.

gesunde Alternative zum Hamburger: ein belegtes Brötchen
© nemuneko.jc

Interessanterweise konnten die Wissenschaftler keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Fast Food-Verzehr außer Haus und einem zu hohen Körpergewicht der Kinder feststellen, dafür aber einen deutlichen Zusammenhang zwischen der restlichen Ernährung der Probanden und deren Körperfülle. Folglich warnen die Wissenschaftler dieser Studie davor, die Ursachen von kindlichem Übergewicht alleine auf außer Haus verzehrtes Fast Food zurückzuführen.

Daraus ergibt sich für Eltern: Kinder und Jugendliche lieben die ungezwungene Atmosphäre in Fast Food-Restaurants. Solange das schnelle Essen außer Haus die Ausnahme bleibt und zuhause eine abwechslungsreiche Kost mit vielen frischen Lebensmitteln verzehrt wird, dürfen auch mal Pommes frites, Pizza oder Hamburger auf dem Speiseplan stehen. Weitere Informationen zur Prävention von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter finden Sie hier.

Quelle:

J. M. Poti, K. J. Duffey, B. M. Popkin (2013): The association of fast food consumption with poor dietary outcomes and obesity among children: is it the fast food or the remainder of the diet? American Journal of Clinical Nutrition 99: S. 162-171

 

verfasst von am 18. März 2014 um 07:17

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Ein Kommentar zu “Ein Burger kommt selten allein”

  1. Nils sagt:

    Zwar bekomme ich bei dem Anblick von dem Fast food echt apetit darauf, aber ein frischer Salat oder schon ein selbstgemachter Burger ist deutlich gesünder, als das Essen in den Fast Food Ketten

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