Ein Hoch auf die Gurke!

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 12. März 2019

Durch die Ernennung zum Gemüse des Jahres 2019/2020 möchte der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt unbekannten Gurkensorten zu mehr Popularität verhelfen und damit die Sortenvielfalt erhalten.

Aufgrund ihres hohen Wassergehalts zählt die Gurke zu den kalorienärmsten Gemüsesorten überhaupt. Obwohl sich das Gemüse hierzulande großer Beliebtheit erfreut, sind in Supermärkten nur wenige Sorten erhältlich. Neben den frischen Land- und Schlangengurken sind vor allem die Einlegegurken aus dem Glas bekannt. Die Gurke ist aber unglaublich vielfältig, erläutert Alexander Artmann vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt. Zwar würden Gurkenanbau und -züchtung in Deutschland noch heute mit gutem Erfolg betrieben, aber: „Viele Gurkensorten sind verschwunden: Zum Beispiel die kleinen kugelrunden Zitronengurken oder die Apfelgurken. Oder weiße Gurken, die ganz blassgrün sind.“

Im Gegensatz zu vielen selbst angebauten Sorten schmecken Gurken aus dem Supermarkt gerade im Winter mitunter fad. Altmann führt dies auf den Anbau im Gewächshaus auf künstlichem Nährsubstrat und ohne Sonnenlicht zurück. Für den kommerziellen Gurkenanbau werden kernlose Hybridsorten verwendet, bei denen die Bitterstoffe herausgezüchtet wurden, die sich aber nicht weiter vermehren lassen. Freizeitgärtner, die mit unbekannten Sorten experimentieren und neue Geschmackserlebnisse entdecken möchten, sind auf Saatgut von hobbymäßigen Saatgutanbauern angewiesen. Da gerade ältere Sorten bei Anbaufehlern dazu neigen, bitter zu werden, sollten sich Interessierte vorab über die Besonderheiten des Gurkenanbaus informieren, rät Artmann. Ansonsten hilft es auch, die Gurke immer von der Blüte zum Stielansatz hin zu schälen, um zu vermeiden, dass sich Bitterstoffe vom Stielansatz her auf der ganzen Gurke verteilen. Da oft nur die ersten Zentimeter bitter sind, können diese alternativ großzügig abgeschnitten werden.

Durch die Kür der Gurke zum Gemüse des Jahres 2019/2020 möchte der Verein dazu anregen, sich intensiver mit der Gurke in Garten und Küche zu befassen. Hierfür sollen während des Jahres verschiedene Projekte und Aktivitäten umgesetzt werden, sei es ein Sichtungsanbau verschiedener Gemüsesorten in Wiesbaden oder die Erstellung einer umfangreichen Rezeptsammlung, die auf der Homepage des Vereins erhältlich sein wird. Interessierte finden hier auch weitere Informationen zur Kulturgeschichte und zum Gurkenanbau.

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verfasst von am 12. März 2019 um 08:50

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