Flavonoide zur Gewichtskontrolle: Langzeitstudie lässt hoffen

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Mittwoch, 16. März 2016

Seit l√§ngerem ist bekannt, dass der Verzehr von Obst und Gem√ľse bei der Gewichtskontrolle hilft. Dieser Effekt wurde urspr√ľnglich vor allem der s√§ttigenden Wirkung von Ballaststoffen zugeschrieben. Laut einer aktuell im British Medical Journal ver√∂ffentlichten Studie kann auch eine hohe Flavonoidaufnahme einer Gewichtszunahme entgegenwirken.

F√ľr die Langzeitstudie wurden Daten von drei Langzeit-Einzelstudien ber√ľcksichtigt. Zwischen 1986 und 2011 machten insgesamt 124.086 US-amerikanische M√§nner und Frauen in zweij√§hrigen Abst√§nden Angaben zu ihrem K√∂rpergewicht und ihren Lebensgewohnheiten und f√ľllten alle vier Jahre einen Ern√§hrungsfragebogen aus. Zu Beginn der Studie waren alle Probanden zwischen 27 und 65 Jahre alt und nicht chronisch krank oder adip√∂s (fettleibig).

Anhand dieser Daten ermittelten die Wissenschaftler die Gewichtsentwicklung der teilnehmenden M√§nner und Frauen und setzten sie ins Verh√§ltnis zu ihrem Flavonoid-Verzehr insgesamt und dem Verzehr einiger Flavonoid-Subgruppen. Die sekund√§ren Pflanzenstoffe „Flavonoide“ sind in vielen Obst- und Gem√ľsearten zu finden. Die zu den Farbstoffen z√§hlenden Verbindungen sch√ľtzen Pflanzen vor oxidativem Stress durch freie Radikale. Zu den Flavonoiden z√§hlen unter anderem Anthozyane (beispielsweise in Kirschen, Pflaumen), Flavonole (Zwiebeln, Tomaten, Gr√ľnkohl) und Flavonoid-Polymere (√Ąpfel, Wein, Schwarztee).

Erwartungsgem√§√ü nahmen sowohl die M√§nner als auch die Frauen w√§hrend des 24-j√§hrigen Studienzeitraums an Gewicht zu. Dabei fiel die auf einen Vierjahreszeitraum bezogene Gewichtszunahme der M√§nner mit durchschnittlich einem Kilogramm geringer aus als die der Frauen (etwa eineinhalb Kilogramm alle vier Jahre). Eine erste Auswertung zeigte, dass die Gewichtszunahme mit zunehmendem Flavonoidkonsum geringer war. Dieser Effekt galt f√ľr die meisten Flavonoid-Subgruppen und war bei Anthozyanen am st√§rksten, gefolgt von Flavonoid-Polymeren und Flavonolen, wobei der Einfluss von St√∂rgr√∂√üen wie der Konsum von Tabak, die k√∂rperliche Aktivit√§t und die t√§gliche Schlafdauer ber√ľcksichtigt wurde.

Nun stellte sich die Frage, ob die beobachtete gewichtsregulierende Wirkung den Flavonoiden selbst zuzuschreiben ist oder eher dem Ballaststoffgehalt der flavonoidreichen Lebensmittel. Zur Beantwortung dieser Frage wiederholten die Wissenschaftler ihre Analyse und ber√ľcksichtigten dabei den Ballaststoffgehalt als zus√§tzlichen Einflussfaktor. Die gewichtsregulierende Wirkung von Anthozyanen und Flavonoid-Polymeren blieb weiterhin statistisch signifikant, w√§hrend der Effekt bei den anderen Flavonoid-Subgrupppen zur√ľckging und nicht l√§nger statistisch signifikant war. M√∂glicherweise l√§sst sich die gewichtsregulierende Wirkung der Flavonoide zus√§tzlich durch eine Beeinflussung des Zuckerstoffwechsels oder die Drosselung der Fettsynthese zur√ľckf√ľhren. Dies wurde bereits in kleineren Studien mit Menschen und Tieren gezeigt.

Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Konsum von Obst und Gem√ľse mit hohem Flavonoidgehalt wie √Ąpfel, Birnen, Beeren und Paprika bei der Gewichtskontrolle helfen k√∂nnten„, fassen die Wissenschaftler der Havard School of Public Health (Boston) ihre aktuellen Ergebnisse zusammen. Da mit zunehmendem Gewicht auch das Risiko f√ľr Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und verschiedene Krebserkrankungen steigt, k√∂nnte eine flavonoidreiche Ern√§hrung, die zudem oxidativen Stress reduziert, sich auch auf die Gesundheit allgemein positiv auswirken.

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verfasst von am 16. März 2016 um 07:46

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