„Gehirngesunde Ern√§hrung“: Kann die Ern√§hrung das Alzheimer-Risiko beeinflussen?

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 21. November 2017

Anlässlich des Welt-Alzheimer-Tages berichtete Prof. Gunter Eckert von der Justus-Liebig-Universität Gießen, wie sich durch die eigene Ernährung das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, verringern lässt.

Derzeit leben in Deutschland ungef√§hr 1,2 Millionen Menschen mit einer Alzheimer-Krankheit, Tendenz steigend. Da nach wie vor noch kein zuverl√§ssiges Heilmittel gegen diese Krankheit des Vergessens gefunden wurde, r√ľckt die Frage in den Vordergrund, wie sich die Erkrankung verhindern oder zumindest der Krankheitsbeginn verz√∂gern l√§sst. W√§hrend k√∂rperliche Inaktivit√§t, Rauchen, das Vorliegen einer Depression und ein niedriger Bildungsstand das Risiko, sp√§ter an Alzheimer zu erkranken, erh√∂hen, gelten Bewegung, geistige Fitness, das Vorhandensein sozialer Kontakte, medizinische Vorsorge sowie verschiedene Ern√§hrungsaspekte als pr√§ventiv.

Wie sich anhand der Ern√§hrung das Risiko f√ľr eine Alzheimer-Erkrankung vermindern l√§sst, berichtete Prof. Gunter Eckert im Rahmen einer Experten-Runde der Alzheimer Forschung Initiative e.V. in Frankfurt. „Vermeidbare und durch die Ern√§hrung beeinflussbare Risikofaktoren sind: Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, hoher Homocysteinspiegel1 sowie ein hoher Cholesterinspiegel“, erl√§uterte er. Je mehr Risikofaktoren dauerhaft gesenkt w√ľrden, desto mehr Alzheimer-F√§lle lie√üen sich vermeiden. In Bezug auf die Ern√§hrung erwies sich die traditionelle mediterrane Kost als g√ľnstig. „Personen, die sich mediterran ern√§hren, haben ein geringeres Alzheimer-Risiko“, fasst Eckert das Ergebnis epidemiologischer Studien zusammen. „Die mediterrane Ern√§hrung ist gekennzeichnet durch einen Verzehr von viel Obst und Gem√ľse, Oliven√∂l und N√ľssen und viel Fisch, daf√ľr wenig rotes Fleisch. Beim Fisch sollte man eher zu fettem Seefisch wie Lachs, Kabeljau, Sardine oder Makrele greifen, da diese Fische viele langkettige Omega-3-Fetts√§uren enthalten“, r√§t Eckert.

Die Schutzfunktion des Gehirns durch eine mediterrane Ern√§hrung l√§sst sich wohl auf verschiedene Faktoren zur√ľckf√ľhren. Zum einen beg√ľnstige die vergleichsweise geringere Kalorienaufnahme ein gesundes Altern. Dar√ľber hinaus st√§rkten verschiedene Inhaltsstoffe der traditionell mediterranen Ern√§hrungsweise die Abwehrf√§higkeit des Gehirns. Dies gilt insbesondere f√ľr die sekund√§ren Pflanzeninhaltsstoffe aus der Gruppe der Polyphenole, die als bunte Farbstoffe in pflanzlichen Lebensmitteln, zum Beispiel in Gew√ľrzen, Rotwein, nativem Oliven√∂l, gr√ľnem Tee und farbintensivem Obst, enthalten sind. Polyphenole k√∂nnen den Blutfluss und die Energieversorgung der Zellen im Gehirn verbessern und zus√§tzlich vor Entz√ľndungen sch√ľtzen, fasste Eckert Hinweise aus bisherigen Studien √ľber m√∂gliche molekulare Mechanismen zusammen.

„Mit einer ausgewogenen und bewussten Ern√§hrung nach mediterranem Vorbild in Verbindung mit regelm√§√üiger Bewegung l√§sst sich das pers√∂nliche Alzheimer-Risiko um 40 Prozent verringern“, lautete Eckerts Abschlussappell. „Es kann aber nur darum gehen, die individuellen Chancen zu erh√∂hen, gesund zu bleiben. Eine Garantie gibt es nicht. Nur wenn man dauerhaft seinen Lebensstil √§ndert, kann man hoffen, dass man sein Risiko minimiert.“

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1 Homocystein ist ein Zwischenprodukt aus dem Abbau des Eiwei√übestandteils Methionin, das normalerweise rasch mit Hilfe der Vitamine B6 und B12 sowie Fols√§ure verstoffwechselt wird. Mit zunehmendem Homocysteinspiegel steigt das Risiko f√ľr Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall.

verfasst von am 21. November 2017 um 07:35

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