Lieber f√ľllig, aber gl√ľcklich als schlank und ungl√ľcklich?

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Mittwoch, 13. November 2013

Warum nehmen Menschen ab? Beispielsweise um ges√ľnder zu sein und genauso erfolgreich und gl√ľcklich wie die Ranken und Schlanken. Doch Menschen, die erfolgreich abgenommen haben, f√ľhlen sich zwar gesundheitlich fitter, daf√ľr leidet aber ihr seelisches Wohlbefinden. Wir beleuchten Ursachen und m√∂gliche Konsequenzen.

Schild Iss Dich gl√ľcklich
© Nick J Webb

Im Rahmen der bev√∂lkerungsbasierten KORA-Studie wurden 3.080 Deutsche zu ihrem k√∂rperlichen und seelischen Wohlbefinden befragt. Au√üerdem wurden K√∂rpergr√∂√üe und Gewicht aller Teilnehmer bestimmt. Sieben Jahre sp√§ter wurde das Vorgehen wiederholt und die Wissenschaftler teilten die Probanden r√ľckwirkend in verschiedene Gruppen ein: Es gab Probanden, deren Gewicht √ľber den Zeitraum konstant geblieben war, andere hatten zugenommen oder abgenommen. Doch welche Probandengruppe f√ľhlte sich am wohlsten? Mithilfe der Angaben der Teilnehmer zu ihrem k√∂rperlichen und seelischen Wohlbefinden wollten die Wissenschaftler diese Frage kl√§ren.

Wie ver√§nderte sich das Gewicht der Probanden w√§hrend der siebenj√§hrigen Studienphase? Die Auswertungen zeigten, dass jeder dritte Proband √ľber f√ľnf Prozent seines K√∂rpergewichts zugenommen hatte, jeder zehnte Proband hatte √ľber f√ľnf Prozent abgenommen und √ľber die H√§lfte der Probanden (60 Prozent) hatte ihr Gewicht gehalten. Sowohl Frauen als auch M√§nner mit einem h√∂heren Body Mass Index (BMI) f√ľhlten sich k√∂rperlich beeintr√§chtigt. Erstaunlich war allerdings, dass Frauen, die w√§hrend der Studienlaufzeit an Gewicht zugenommen hatten, sich psychisch wohler f√ľhlten als solche, die es geschafft hatten, abzunehmen.

Ist Abnehmen trotz gesundheitlicher Vorteile damit ein Stimmungskiller? √úber die Ursachen des Zusammenhangs zwischen Gewichts√§nderung und Wohlbefinden k√∂nnen die Wissenschaftler bislang nur spekulieren. Michael Laxy, der als Wissenschaftler an der Studie beteiligt war, r√§t zu einer differenzierten Betrachtung der Ergebnisse. Seiner Meinung nach muss nicht das Zunehmen Ausl√∂ser f√ľr die bessere Stimmungslage der Probanden sein. Vielleicht ist ihr h√∂heres psychisches Wohlbefinden auch auf den Genuss beim Essen zur√ľckzuf√ľhren. Denn Frauen essen h√§ufig um Stress abzubauen. Abnehmen dagegen kann Stress f√ľr die Psyche bedeuten.

Hei√üt das nun, dass Menschen mit √úbergewicht die Wahl haben zwischen √ľbergewichtig und gl√ľcklich oder schlank, aber ungl√ľcklich? Nein. Die Ergebnisse dieser Studie sollen vielmehr dazu beitragen, Abnehmprogramme so weiterzuentwickeln, dass auch psychosoziale Bed√ľrfnisse der Teilnehmer ber√ľcksichtigt werden, und der Widerspruch zwischen k√∂rperlichem und psychischem Wohlbefinden aufgel√∂st wird.

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verfasst von am 13. November 2013 um 08:36

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