Menschen essen ges√ľnder und umweltbewusster als vor 20 Jahren

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 21. Januar 2014

Fr√ľher war alles besser? Zumindest was die Ern√§hrung angeht, trifft dies nicht zu. Denn das aktuelle Ern√§hrungsverhalten der Deutschen ist ges√ľnder und umweltbewusster als noch vor 20 Jahren. So lautet das Fazit einer k√ľrzlich ver√∂ffentlichten Studie, das optimistisch stimmt. Zum Teil besteht allerdings auch Handlungsbedarf.

Vegetarisches Essen
© jeffgunn

F√ľr ihre Studie verglichen Wissenschaftler der Martin-Luther Universit√§t Halle-Wittenberg Daten der f√ľr Deutschland repr√§sentativen nationalen Verzehrsstudien 1985-89 und 2006 mit den offiziellen Ern√§hrungsempfehlungen. In beiden Studien wurden rund 20.000 Menschen zu ihrem Ern√§hrungsverhalten befragt.

Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind erfreulich, denn die Bev√∂lkerung isst heute weniger Fleisch und Wurstwaren, daf√ľr mehr Getreideprodukte, Gem√ľse und Obst. Insgesamt hat sich die Ern√§hrungsweise w√§hrend der letzten 20 Jahre an die offiziellen Ern√§hrungsempfehlungen angepasst. „Das ist unter gesundheitlichen Gesichtspunkten positiv zu bewerten„, so Studienleiter Dr. Toni Meier. Zugleich brachte die ver√§nderte Ern√§hrungsweise deutliche Umweltentlastungen mit sich: Die Kohlendioxidemission sank um 10 Prozent (230 Kilogramm), die Ammoniakemission um 16 Prozent (1,2 Kilogramm pro Person und Jahr), es wurden weniger Bodenfl√§che f√ľr die Erzeugung von Lebensmitteln ben√∂tigt (R√ľckgang um 14 Prozent bzw. 346 Quadratmeter pro Person und Jahr) und Prim√§renergie gespart (4 Prozent bzw. 0,5 Gigajoule Ersparnis pro Person und Jahr).

Doch es ist nicht alles Gold, was gl√§nzt: Im selben Zeitraum stieg der Wasserverbrauch f√ľr die Lebensmittelproduktion um 14 Prozent (3,5 Kubikmeter) an. „Wasser als knappe Ressource stellt vor allem bei importiertem Obst, N√ľssen und Gem√ľse aus sonnenreichen, aber auch trockenen S√ľdl√§ndern ein Problem dar„, erkl√§rt Meier. Er empfiehlt, einheimische Ware zu bevorzugen.

Negativ auf die Umweltbilanz wirkt sich au√üerdem die heutzutage verbreitete erhebliche Lebensmittelverschwendung aus. Laut aktuellen Sch√§tzungen werden derzeit zehn bis zwanzig Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr vernichtet. „W√ľrden die Menschen heutzutage noch so sorgsam mit Nahrungsmitteln umgehen wie vor 20 Jahren, w√§re der Umwelt deutlich geholfen„, res√ľmiert Meier.

Mit einer vegetarischen oder g√§nzlich pflanzenbasierten Ern√§hrungsweise lie√üe sich der negative Einfluss der Ern√§hrung auf die Umwelt noch weiter reduzieren. „Allerdings muss jeder f√ľr sich selbst entscheiden, welche Kostform die geeignetste ist, da individuelle Faktoren ber√ľcksichtigt werden m√ľssen„, betont Meier.

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verfasst von am 21. Januar 2014 um 07:30

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