Neue VerbĂŒndete fĂŒr „Zu gut fĂŒr die Tonne“

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung ErnĂ€hrung und Gesundheit

Dienstag, 18. Dezember 2012

Slow Food Deutschland und „Tafel“ treten Initiative bei

Nicht zuletzt dank der Initiative „Zu gut fĂŒr die Tonne“ des Bundesverbraucherministeriums zeichnet sich ein Umdenkprozess im Umgang mit Lebensmitteln in Deutschland ab. Zur weiteren Förderung eines nachhaltigen Umgangs mit Lebensmitteln kann das Ministerium die UnterstĂŒtzung anderer Organisationen gut gebrauchen. UnterstĂŒtzung bieten die Organisation Slow Food Deutschland und der Bundesverband Deutsche Tafel an.

Verbraucherministerin Ilse Aigner
Quelle: BMELV / Reitz

Die Bundesregierung möchte die Menge an LebensmittelmĂŒll in Deutschland deutlich verringern. Dieses Ziel wird laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbraucherministeriums von der großen Mehrheit der BĂŒrger (95 Prozent) unterstĂŒtzt. Bislang wurden jĂ€hrlich knapp elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, wovon vieles noch genießbar gewesen wĂ€re. Mit der Aktion „Zu gut fĂŒr die Tonne“ informiert das Ministerium die Öffentlichkeit und geht gezielt gegen Lebensmittelverschwendung vor. Mit Erfolg, wie weitere Ergebnisse der Umfrage zeigen: Schon jeder zweite Deutsche hat von der Initiative gehört. Von diesen gab jeder Vierte an, dass er sein Verhalten bereits geĂ€ndert habe und nun bewusster mit Lebensmitteln umgehen wĂŒrde.

Um die Bekanntheit und den Erfolg der Initiative weiter voranzutreiben, werden bundesweit Aktionstage veranstaltet. Verbraucher sollen direkt vor Ort erfahren, dass man auch aus Lebensmitteln mit Schönheitsfehlern schmackhafte Gerichte zubereiten kann. Bei den Aktionstagen sollen Ă€ußerlich nicht mehr einwandfreie, aber gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittel, die hĂ€ufig aussortiert und weggeworfen werden, bei SupermĂ€rkten und Erzeugern eingesammelt werden. Im Anschluss wird daraus ein schmackhaftes „Beste-Reste-MenĂŒ“ zubereitet, das an einer langen Tafel auf einem zentralen Platz in der jeweiligen Stadt von den Bewohnern verzehrt wird. Die Organisation Slow Food Deutschland und der Bundesverband Deutsche Tafel unterstĂŒtzen die Aktionstage.

„Die Tafel soll ein Zeichen setzen, etwas gegen Lebensmittelverschwendung zu unternehmen. In Deutschland leben viele Menschen in Armut und können sich nicht ausreichend ernĂ€hren. Es kann nicht sein, dass wir andererseits hierzulande so viele Lebensmittel wegwerfen. Das kostet nicht nur bares Geld, es schadet der Umwelt und verschĂ€rft auch den Preisdruck auf dem Weltmarkt“, erlĂ€utert Gerd HĂ€user, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland ergĂ€nzt: „Wir möchten den Menschen die WertschĂ€tzung fĂŒr Lebensmittel nahe bringen, denn sie sind mehr als nur eine Ware. Auf zentralen PlĂ€tzen in den StĂ€dten verwerten wir Produkte, die normalerweise auf dem Weg vom Acker in die Regale aussortiert werden und kochen und essen gemeinsam.“ Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner freut sich ĂŒber die Kooperation: „Ich freue mich, dass wir mit den Tafeln und Slow Food Deutschland zwei wichtige Partner fĂŒr unsere Initiative gewinnen konnten. Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen anzusprechen und ein breites BĂŒndnis zu bilden.“ Das erste Beste-Reste-MenĂŒ wurde am 29.11.2012 in Bremerhaven gekocht, weitergehen soll es zunĂ€chst in Berlin, Essen, Konstanz, MĂŒnchen und Hamburg.

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verfasst von am 18. Dezember 2012 um 07:26

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Ein Kommentar zu “Neue VerbĂŒndete fĂŒr „Zu gut fĂŒr die Tonne“”

  1. Ronald sagt:

    Es ist schön zu lesen, dass die Bundesregierung etwas gegen die unglaubliche Verschwendung von Nahrungsmitteln in unserem Land unternehmen möchte. Leider drĂ€ngt sich mir der Gedanke auf, dass es eher bei Lippenbekenntnissen bleiben wird, weil das Thema eben den WĂ€hler offensichtlich emotional berĂŒhrt.
    Dabei findet der Großteil der Nahrungsmittelverschwendung gar nicht in den heimischen KĂŒchen und MĂŒlleimern statt, sondern bereits direkt wĂ€hrend oder nach der Ernte. Vermeintlich missgeformte oder anderweitig nicht der Norm entsprechende FeldfrĂŒchte erreichen die Regale unserer SupermĂ€rkte gar nicht erst sondern werden oft an Ort und Stelle vernichtet. Nicht unschuldig an dieser Entwicklung erscheinen mir die vielfĂ€ltigen Verfehlungen der europĂ€ischen Agrarpolitik. Vielleicht helfen Initiativen einzelner EU Mitgliedsstaaten ja mittelfristig, diese Wurzel vielen Übels vom Ansatz her zu beseitigen.

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