Neues „Abnehm-Hormon“ entdeckt

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 2. Februar 2012

Irisin Рauf diesen Namen tauften Wissenschaftler des Dana-Farber Cancer Instituts in Boston ein Hormon, dessen Entdeckung mit hohen Erwartungen verbunden ist. Ersten Studien zufolge wandelt Irisin weiße Fettzellen in braune Fettzellen um und kann außerdem den Blutzuckerstoffwechsel verbessern.

weißes Fettgewebe
© Pazit Polak

Wei√ües Fettgewebe dient als Energiedepot f√ľr schlechte Zeiten.

Namensgeberin des Hormons ist die griechische G√∂tterbotin Iris. Wie diese ist Irisin im Dienste eines anderen unterwegs. Irisin vermittelt Signale zwischen Muskelzellen und Fettgewebe. Das Hormon wird bei sportlicher Aktivit√§t freigesetzt und bewirkt im Fettgewebe eine Umwandlung von wei√üen Fettzellen in braune. Im Gegensatz zu wei√üen Fettzellen speichern braune Fettzellen keine Energie, sondern verbrennen sie. Vor allem Neugeborene verf√ľgen √ľber braune Fettzellen, die bei ihnen zum Schutz vor einer Unterk√ľhlung beitragen. Sicher h√§tte auch gerne die eine oder andere √§ltere Person ein paar dieser energiezehrenden Zellen. Bislang wurde allerdings davon ausgegangen, dass sie mit dem ‚ÄěBabyspeck‚Äú f√ľr immer verloren gehen. Vor einigen Jahren wurden braune Fettzellen wider Erwarten erstmals bei Erwachsenen entdeckt. Sie bieten einen neuen, vielversprechenden Ansatz f√ľr die Therapie von √úbergewicht und Diabetes und wecken das Interesse zahlreicher Forscher.

BMI-Rechner

Die Wirkung von Irisin wurde bislang nur bei M√§usen untersucht. Eine Irisin-Injektion f√ľhrte bei unsportlichen, stark √ľbergewichtigen M√§usen bereits nach zehn Tagen zu einer Verbesserung ihrer Blutzucker- und Insulinwerte sowie einer geringen Gewichtsreduktion. Weitere Experimente sollen zeigen, ob die positiven Wirkungen von Irisin auch √ľber einen l√§ngeren Zeitraum bestehen bleiben und vor allem ob die Behandlung mit Irisin frei von Nebenwirkungen ist. Auch die √úbertragbarkeit der Ergebnisse auf den menschlichen Organismus muss noch √ľberpr√ľft werden. Sollten die weiteren Untersuchungen positiv verlaufen, k√∂nnten entsprechende Produkte m√∂glicherweise irgendwann einmal auf Rezept oder im Handel erh√§ltlich sein. Bis dahin liegt noch ein weiter Weg vor den Forschern. Die Arbeitsgruppe des Dana-Farber Cancer Instituts aus Boston ist allerdings sehr zuversichtlich, mit ihren weiteren Tests Erfolg zu haben: Bereits jetzt wurde eine neue Firma gegr√ľndet, die f√ľr die sp√§tere Vermarktung des Produkts zust√§ndig sein soll.

Einstweilen haben √úbergewichtige die M√∂glichkeit, ihre k√∂rpereigene Irisinbildung selbst zu steigern ‚Äď zum Beispiel durch einen z√ľgigen Spaziergang durch die Natur. Positive Begleiterscheinung: Ein Spaziergang ist kostenfrei, hat keine Nebenwirkungen und f√∂rdert dar√ľber hinaus die k√∂rpereigenen Abwehrkr√§fte und das Wohlbefinden. Dann nichts wie los‚Ķ

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