Übergewicht: Leidensdruck ist bei gut situierten Männern besonders groß

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 25. September 2012

Entsprechend der zunehmenden Zahl von Personen, die in Deutschland von √úbergewicht betroffen sind, sind auch viele Menschen unzufrieden mit ihrer Figur oder ihrem Gewicht. Unter den M√§nnern mit √úbergewicht sind diejenigen besonders h√§ufig unzufrieden, die √ľber ein hohes Einkommen und ein gutes Bildungsniveau verf√ľgen. Dies ergab eine Studie in der Augsburger Region, deren Ergebnisse k√ľrzlich ver√∂ffentlicht wurden.

Personenwaage
© Alan Cleaver

Mithilfe von Daten aus der KORA-Studie untersuchten Wissenschaftler die Verbreitung von √úbergewicht sowie den Zusammenhang zwischen √úbergewicht, dem sozialen Status der Teilnehmer und ihrer K√∂rperzufriedenheit. Hierf√ľr wurde f√ľr jeden Teilnehmer (4.186 Teilnehmer im Alter von 25-74 Jahren) der BMI bestimmt. Aus den Angaben der Teilnehmer zu ihrer Ausbildung, ihrem Beruf und Einkommen wurde jeweils der sozio√∂konomische Status bestimmt, au√üerdem wurden alle Teilnehmer zu ihrer K√∂rperzufriedenheit befragt.

Sowohl bei M√§nnern als auch bei Frauen waren Menschen mit einem niedrigen sozialen Status h√§ufiger fettleibig als Menschen mit einem hohen Sozialstatus. Der Unterschied war bei Frauen deutlicher ausgepr√§gt als bei M√§nnern: Frauen mit einem geringen Sozialstatus waren √ľber dreimal h√§ufiger adip√∂s als sozial besser gestellte Frauen (niedrig: 39 Prozent vs. hoch: zw√∂lf Prozent), M√§nner doppelt so h√§ufig (niedrig: 31 Prozent vs. hoch: 16 Prozent).

Die Auswertung der K√∂rperzufriedenheit der Probanden zeigte, dass Frauen insgesamt unzufriedener waren als M√§nner. Fast jede zweite Frau (48 Prozent) gab an, unzufrieden mit ihrem K√∂rpergewicht zu sein, bei den M√§nnern war es jeder dritte (33 Prozent). Vier von f√ľnf Frauen mit √úbergewicht (79 Prozent) litten unter ihrem Gewicht. Der Leidensdruck war bei Frauen unabh√§ngig von ihrem sozialen Status vorhanden. Bei M√§nnern hingegen stieg der Grad der Unzufriedenheit mit zunehmendem Bildungsniveau und Einkommen an. Nur fast jeder zweite √ľbergewichtige Mann mit niedrigem Sozialstatus (47 Prozent), aber vier von f√ľnf der √ľbergewichtigen, gut situierten M√§nner gaben an, mit ihrem K√∂rper unzufrieden zu sein.

BMI-Rechner

Die Ergebnisse der Augsburger Studie lassen sich dadurch erkl√§ren, dass bei Frauen das Schlankheitsideal √ľber alle Schichten hinweg in der Gesellschaft verankert ist. Bei M√§nnern hingegen sto√üen √ľberfl√ľssige Pfunde erst in h√∂heren Schichten auf eine geringere Akzeptanz. F√ľr die Praxis l√§sst sich folgern, dass bei Ma√ünahmen zur Pr√§vention von √úbergewicht auch der Sozialstatus und das damit verbundene eigene K√∂rperbild ber√ľcksichtigt werden sollte.

Quelle:
T. von Lengerke, A. Mielck; KORA Study Group (2012): Body weight dissatisfaction by socioeconomic status among obese, preobese and normal weight women and men: results of the cross-sectional KORA Augsburg S4 population survey. BMC Public Health 2012;12:342.

verfasst von am 25. September 2012 um 06:35

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