Wie Jugendliche mit √úbergewicht sich selbst sehen

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 4. August 2015

Im Gegensatz zu normalgewichtigen Jugendlichen gelingt es Teenagern mit √úbergewicht h√§ufig nicht, ihr K√∂rpergewicht realistisch einzusch√§tzen. Eine verf√§lschte Eigenwahrnehmung kann langfristig zum Problem werden, da sie das Fortbestehen von √úbergewicht im Erwachsenenalter beg√ľnstigt.

Im Rahmen einer englischen Gesundheitsstudie wurden im Zeitraum von 2005 bis 2012 knapp 5000 Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren (Anteil Jungen: 53,6 Prozent) gebeten, ihr K√∂rpergewicht einer der folgenden Kategorien zuzuordnen: „genau richtig“, „zu schwer“ oder „zu leicht“. Au√üerdem wurden vor Ort f√ľr jeden Probanden Gr√∂√üe und Gewicht bestimmt und daraus der K√∂rpermasseindex BMI berechnet. Um das K√∂rpergewicht aller Probanden objektiv zu beurteilen, wurde der standardisierte BMI in Relation zu den Referenzdaten aus dem Vereinigten K√∂nigreich gesetzt und dieser Wert abschlie√üend mit der Selbsteinsch√§tzung der Jugendlichen verglichen.

Erfreulicherweise lag die gro√üe Mehrheit der normalgewichtigen Jugendlichen (83 Prozent) mit der Einsch√§tzung ihres K√∂rpergewichtes richtig. Jede/r zehnte Jugendliche sch√§tzte sich selbst als zu leicht ein, weitere 7 Prozent gingen f√§lschlicherweise davon aus, dass sie zu schwer seien. W√§hrend M√§dchen h√§ufiger meinten zu schwer zu sein, waren Jungen eher der Meinung, sie seien zu leicht ‚Äď m√∂glicherweise eine Resultat gesellschaftlicher Pr√§gung.

W√§hrend also die Heranwachsenden mit Normalgewicht ihr Gewicht verh√§ltnism√§√üig gut einsch√§tzen konnten, gestaltete sich die Situation bei Kindern mit oder Adipositas (Fettleibigkeit) auffallend anders. Nur gut die H√§lfte der Jungen mit √úbergewicht (53 Prozent) und knapp zwei von f√ľnf M√§dchen (39 Prozent) stuften sich selbst richtigerweise als zu schwer ein. 39 Prozent der Jugendlichen dachten, sie seien normalgewichtig und weitere 0,4 Prozent der de facto √ľbergewichtigen Jugendlichen gaben sogar an, zu leicht zu sein.

Um zu vermeiden, dass aus √ľbergewichtigen Kindern und Jugendlichen √ľbergewichtige Erwachsene mit einem erh√∂hten Risiko f√ľr Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall oder Krebserkrankungen werden, ist es wichtig, die eigenen Proportionen richtig einsch√§tzen zu k√∂nnen. Denn mit einem Ziel vor Augen fallen die Ein√ľbung eines ges√ľnderen Lebensstils und Erzielung einer Gewichtsabnahme leichter. Auch die Eltern und das schulische Umfeld k√∂nnen die Ern√§hrungsgewohnheiten und das Gewicht von Jugendlichen positiv beeinflussen, so die Forscher.

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verfasst von am 4. August 2015 um 06:13

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