Zusammenhang zwischen Vorstellungsvermögen und Gewicht entdeckt

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Mittwoch, 16. September 2015

„Bei mir gen√ľgt es, wenn ich nur ans Essen denke und ich nehme schon zu.“ „Allein die Vorstellung an ein Gericht und mir l√§uft das Wasser im Munde zusammen. Ich kann es sogar riechen!“ Alles Einbildung? Aktuelle Studienergebnisse r√ľcken diese S√§tze in einen anderen, gewichtigen Kontext.

Dass Hei√ühungerattacken mit Adipositas (Fettleibigkeit) einhergehen, ist seit L√§ngerem bekannt. Wie intensiv Hei√ühungerattacken ausfallen, h√§ngt wiederum davon ab, wie lebhaft Menschen sich in ihrer Phantasie Bilder von Lebensmitteln und Speisen ausmalen k√∂nnen. Bislang war nicht untersucht, ob auch die F√§higkeit, sich bestimmte Ger√ľche vorstellen zu k√∂nnen, Einfluss auf das K√∂rpergewicht hat.

Aufschluss dar√ľber sollte nun eine Studie der Yale Universit√§t in New Heaven, einer der renommiertesten Universit√§ten weltweit, geben. F√ľr die Studie f√ľllten zun√§chst 25 Probanden Frageb√∂gen aus, in denen ihre F√§higkeiten, sich bestimmte Dinge, Ger√ľche und Lebensmittel lebhaft in Gedanken vorzustellen, erfragt wurden. Eine Aufgabe lautete beispielsweise, sich den Duft der Seife oder des Shampoos, das die Probanden verwendeten, vorzustellen und die Intensit√§t des heraufbeschworenen Bildes im Anschluss auf einer Skala zwischen 1 und 5 zu bewerten.

Wie erwartet konnten sich Menschen mit einem h√∂heren Body-Mass-Index (BMI, K√∂rpermassenindex) Lebensmittel und deren Ger√ľche lebhafter vorstellen als Menschen mit einem niedrigeren BMI. Erstaunlicherweise war das olfaktorische Vorstellungsverm√∂gen, also die F√§higkeit, sich Ger√ľche vorzustellen, st√§rker mit dem BMI assoziiert als das bildliche Vorstellungsverm√∂gen. Eine Wiederholung der Befragung mit weiteren 57 Personen best√§tigte dieses Ergebnis.

Wenn Menschen sich Ger√ľche besser vorstellen k√∂nnen, k√∂nnte dies das Verlangen nach Lebensmitteln steigern und damit die Nahrungsaufnahme erh√∂hen“, vermutet die an der Studien beteiligte Wissenschaftlerin Dr. Barkha Patel. „Wird die F√§higkeit, sich Ger√ľche vorzustellen jedoch gest√∂rt, beispielsweise durch einen Spaziergang, k√∂nnte das Verlangen zu essen m√∂glicherweise verringert werden„, vermutet Patel. Daher hoffen die Wissenschaftler mit ihren bisherigen Studienergebnissen zur Weiterentwicklung kognitiver Verhaltenstherapien beitragen zu k√∂nnen. In zuk√ľnftigen Studien sollte das Vorstellungsverm√∂gen der Probanden jedoch direkt gemessen werden, anstatt sich ausschlie√ülich auf Selbstausk√ľnfte der Probanden zu verlassen, r√§t Patel weiter.

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verfasst von am 16. September 2015 um 06:32

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