Regionales aus Übersee?

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Donnerstag, 9. Februar 2012

Produkte regionaler Herkunft sollen leichter erkennbar werden – dieses Ziel hat sich Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner für das bevorstehende Frühjahr gesetzt. Sie möchte damit Verbraucherwünschen entgegen kommen, denn „die Menschen wollen wissen, woher ihr Essen kommt“, sagt sie.

Einkauf im Supermarkt
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Spätestens so etwas wie Bananennektar aus Bayern sollte natürlich stutzig machen, wenn er als „regional“ bezeichnet wird. Aber nicht jeder Bluff ist so leicht zu durchschauen. Die Verbraucherzentralen der Länder drängen bereits seit Längerem auf eine klare Regelung.

Eine eindeutige Kennzeichnung würde nicht nur für mehr Transparenz auf dem undurchsichtigen Markt sorgen. Sie könnte auch die Kaufentscheidung bisher unentschlossener Käufer zugunsten der meist etwas teureren regionalen Erzeugnisse beeinflussen. Wer sich für den Kauf regionaler Produkte entscheidet, möchte schließlich sicher sein, dass er sein Geld tatsächlich in die Region investiert. Eine Kennzeichnung wird jedoch nach Einschätzung von Frau Aigner keine ganz leichte Aufgabe. Denn „was regional ist“, lässt sich laut der Verbraucherministerin nicht so ohne weiteres definieren.

Das Verbrauchermagazin Ökotest prüfte, was bisher unter der Bezeichnung „regional“ in den Handel kommt. Laut Ergebnis seiner Untersuchung kann sich „regional“ auf die Herkunft der Rohstoffe, den Ort der Verarbeitung aber auch nur die Abpackung beziehen. Idealerweise treffen drei Bedingungen zusammen; das Lebensmittel wird aus Rohstoffen der Region in der Region hergestellt und am Ende auch im näheren Umkreis vermarktet. Das ist aber keineswegs bei der Mehrheit der als regional ausgezeichneten Produkte der Fall. Gerade einmal 14 der 53 von Ökotest geprüften Produkte erfüllten alle drei Kriterien. Hier könnte eine Kennzeichnung notwendige Aufklärung leisten.

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verfasst von am 9. Februar 2012 um 11:55

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