Gesundes Essen fĂŒr Kinder

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung ErnĂ€hrung und Gesundheit

Donnerstag, 9. Juni 2011

Vom Schleckermaul zum Allesesser – Tipps fĂŒr den Umgang mit „schweren FĂ€llen“

Kind, trinkend
© molly_darling

Manchmal ist es nicht einfach, seinem Kind neue Lebensmittel schmackhaft zu machen. Sicher gibt es kein Patentrezept. Aber vielleicht helfen Ihnen folgende Tipps weiter:

  • ErnĂ€hren Sie sich vielseitig wĂ€hrend der Schwangerschaft und der Stillzeit: Bereits in diesen frĂŒhen Entwicklungsphasen lernt Ihr Kind verschiedene Geschmacksrichtungen und Aromen ĂŒber das Fruchtwasser und die Muttermilch kennen. ErnĂ€hren Sie sich vielseitig, sammelt Ihr Kind bereits frĂŒh Erfahrungen mit einer breiten Palette an Geschmacksrichtungen. Dies kann die spĂ€tere Akzeptanz neuer Lebensmittel erleichtern.
  • Kombinieren Sie Neues mit Bekanntem: Oftmals werden neue Lebensmittel besser angenommen, wenn sie mit bekannten kombiniert werden. Bei GemĂŒse können beispielsweise neue und bekannte GemĂŒsearten gemischt werden, auch der beliebten Tomaten- oder Hackfleischsoße kann GemĂŒse beigefĂŒgt werden. Viele Kinder essen außerdem gerne Kartoffel-GemĂŒse-Puffer oder gefĂŒllte Pfannkuchen. In Ă€hnlicher Weise lassen sich Vollkorngetreideprodukte einfĂŒhren: Mischen Sie zunĂ€chst die Vollkorn- und Nichtvollkornvariante und steigern Sie langsam den Vollkornanteil.
  • Das Auge isst mit: Dekorieren Sie möglicherweise geschmacklich unattraktivere Speisen phantasievoll oder verpacken Sie das neue Gericht in eine spannende Geschichte.
  • Vermeiden Sie Belohnungen fĂŒr „braves Essen“: SĂ€tze wie „Wenn Du deinen Teller leer gegessen hast, bekommst Du ein Eis“ sollten Sie vermeiden. Zum einen signalisieren Sie Ihrem Kind, dass das derzeitige Gericht tatsĂ€chlich nicht wohlschmeckend ist und verstĂ€rken so das bereits vorhandene Misstrauen. Außerdem sollte Essen generell nicht als Belohnung oder Strafe eingesetzt werden, da hierdurch das Risiko fĂŒr spĂ€tere Essstörungen steigt. Hinzu kommt, dass Kinder durch solche Anreize verlernen, auf ihr natĂŒrliches SĂ€ttigungsgefĂŒhl zu achten und weiteressen, obwohl sie eigentlich satt sind. Dies kann ein Grundstein fĂŒr die Entstehung zukĂŒnftiger Gewichtsprobleme sein.
  • Es kommt auch auf die Umgebung an: Wer kennt das nicht: Bei angespannter Stimmung oder Streit bleibt einem manchmal der Bissen buchstĂ€blich im Halse stecken. Beim geselligen Zusammensein schmeckt es dagegen gleich noch einmal so gut.
  • Seien Sie geduldig:šEs braucht Zeit, bis ein Kind ungewohnte Geschmacksrichtungen akzeptiert. Reagieren Sie gelassen, wenn es nicht gleich beim ersten Mal klappt, und bieten Sie das Gericht trotzdem immer wieder an. Vielleicht klappt es ja spĂ€ter!
  • Lassen Sie Ihr Kind bei der Zubereitung der Speisen mitmachen: So bekommt es einen besseren Bezug zu Lebensmitteln und lernt z. B. wie die Kartoffel aussieht, bevor Kartoffelbrei daraus wird. Gemeinsam zubereitete Gerichte erhöhen auch die Neugierde und den Appetit beim anschließenden Essen.

Zuletzt der allerwichtigste Tipp: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran! Kinder lernen von ihren Vorbildern. Wenn Sie selbst oder Ihr Partner ein Gericht ablehnen, weshalb sollte Ihr Kind es probieren und mögen? Verzehren Sie neue Speisen mit sichtlichem Genuss, wird auch Ihr Kind gerne probieren wollen.

Zum Thema

Ärzteblatt (13.12.2011): Wie Kinder mehr GemĂŒse essen

verfasst von am 9. Juni 2011 um 06:59

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Ein Kommentar zu “Gesundes Essen fĂŒr Kinder”

  1. Hansito sagt:

    Ja, es ist nicht einfach, schwierigen Kindern gesund und richtig essen zu lehren. Millionen von Tipps helfen auch nicht unbedingt weiter. Das Problem ist nur, je mehr man ausprobiert, desto unsicherer wird man. Das spĂŒrt das Kind und stellt sich noch mehr an. Es stimmt: das gute Beispiel wirkt am besten. Aber ohne es dem Kind stĂ€ndig vorzumachen.

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