Der Trend geht zum Fleischverzicht

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Freitag, 16. August 2013

Die Deutschen und das Fleisch ‚Äď wie viele von uns essen unbek√ľmmert Fleisch und bei wie vielen kommt Fleisch selten oder nie auf den Teller? Wissenschaftler der Universit√§ten Hohenheim und G√∂ttingen haben dazu eine Gruppe von Menschen untersucht, die so gemischt zusammengesetzt war, dass sie als stellvertretend f√ľr die gesamte Bev√∂lkerung betrachtet werden kann.

Trotz Dokumentarfilmen √ľber Tierhaltung und diversen Fleischskandalen: Die aktuelle Befragung ergab, dass drei Viertel der Deutschen unbek√ľmmerte Fleischesser sind. Jedoch – der Trend geht weg vom Fleisch. F√ľr etwa 13 Prozent ist es die Preisfrage, die den Ausschlag gibt: Ihnen ist Fleisch einfach zu teuer. W√§re es preisg√ľnstiger, w√ľrden sie mehr davon essen.

Belegtes Baguette
© SweetOnVeg

Baguette mit Tofu.

Viele Deutsche schr√§nken ihren Fleischkonsum jedoch auch aus nicht geldlichen Gr√ľnden ein. So essen etwa 12 Prozent bewusst wenig Fleisch, indem sie sich flexitarisch ern√§hren. Knapp zehn Prozent planen, zuk√ľnftig weniger Fleisch zu essen. Auch werden immer mehr Menschen zu Vegetariern. Das zeigt sich daran, dass sich der Anteil an Menschen, die komplett auf Fleisch verzichten, in den letzten sieben Jahren auf nunmehr gut dreieinhalb Prozent verdoppelt hat. Vegetarier haben tendenziell einen h√∂heren Bildungsgrad, ein h√∂heres Einkommen und sie sind √ľberwiegend weiblich. Das Alter hingegen l√§sst keinen Zusammenhang erkennen, da Vegetarier s√§mtliche Altersstufen abdecken. Auch manche Kinder ern√§hren sich bereits vegetarisch. Unter einem halben Prozent betr√§gt der Anteil der Veganer, die eine sehr strenge Form des Vegetarismus leben ‚Äď sie verzichten neben Fleisch auch auf Eier, Milchprodukte und Honig. Nur zwei Prozent der Befragten planen, ihren Fleischkonsum weder beizubehalten noch zu senken, sondern zuk√ľnftig zu steigern.

Wie h√§ufig Fleisch gegessen wird, h√§ngt √ľberwiegend mit gesundheitlichen √úberlegungen zusammen. Bei Vegetariern und Flexitariern spielt auch das Tierwohl eine Rolle, ungleich den unbek√ľmmerten Fleischessern. „Auch Umweltschutzbedenken f√ľhren zu einem geringeren Fleischkonsum“, sagt Anette Cordts, die die Befragung an der Universit√§t G√∂ttingen koordinierte. „Allerdings ist in weiten Teilen der Bev√∂lkerung bisher kaum ein Bewusstsein f√ľr die Umweltproblematiken der Produktion tierischer Lebensmittel vorhanden“, schr√§nkt Cordts ein.

„Durch entsprechende Ma√ünahmen wie zum Beispiel Informationskampagnen lie√üe sich der Anteil der Deutschen, die bereit w√§ren, Ihren Fleischkonsum einzuschr√§nken, auf 60 Prozent steigern“, glaubt Achim Spiller, der die Professur f√ľr Marketing f√ľr Lebensmittel und Agrarprodukte an der Universit√§t G√∂ttingen innehat. Spiller sieht in einem geringeren Fleischverzehr einen Zukunftstrend. „‚Less but better'“ w√§re daher als Strategie f√ľr die deutsche Agrar- und Fleischwirtschaft ratsam, meint er.

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verfasst von am 16. August 2013 um 06:06

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