Intoleranzen - Fructoseintoleranz
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Definition
Der Begriff Fructoseintoleranz umfasst drei Störungen des Fruchtzucker- bzw. Fructosestoffwechsels:
Fructosämie / Fructosurie
Darunter versteht man eine durch den Ausfall der Fructokinase (Enzym) in der Leber hervorgerufene Anhäufung von Nahrungs-Fructose in Blut (Fructosämie) und Harn (Fructosurie). Die essentielle Fructosurie ist nicht behandlungsbedürftig und wird meist nur zufällig diagnostiziert.
Hereditäre Fructoseintoleranz
Bei der hereditären Fructoseintoleranz handelt es sich um eine erbliche Stoffwechselerkrankung. Verursacht wird sie durch einen Defekt der Fructose-1-Phosphataldolase B (Enzym), in dessen Folge es zu einer Anreicherung von Fructose-1-Phosphat in der Darmwand, der Leber und den Nieren kommt.
Symptome dieser Form der Fructoseintoleranz sind u.a.:
- Erbrechen
- Vergrößerung der Leber mit späterem Übergang in Zirrhose
- Eiweißausscheidung über die Nieren (Proteinurie)
Intestinale Fructoseintoleranz
Diese Form der Fructoseintoleranz wird auch als Fructosemalabsorption bezeichnet und kann in ihrem Auftreten sowohl vorrübergehend als auch lebenslang sein. Eine Fructosemalabsorption äußert sich meist in Verdauungsstörungen wie Blähungen oder wässrigem Durchfall. Die Ursache für diese Symptome ist im bakteriellen Abbau des in den Dickdarm übergetretenen Fruchtzuckers zu sehen. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Gasproduktion. Werden Fructose und Saccharose (Haushaltszucker, besteht aus Fructose und Glucose) aus der Nahrung weitgehend ausgeschlossen, gehen die Symptome zurück.
Vorkommen
Fructose kommt sowohl in freier Form als auch in folgenden Verbindungen vor:
- Haushaltszucker: Gemisch aus Fructose und Glucose
- Inulin: Kohlenhydrat, das aus Fructose aufgebaut ist
- Sorbit: chemischer Abkömmling der Glucose, der im Körper in Fructose umgewandelt und als Zuckeraustauschstoff vor allem bei Diabetiker-Produkten verwendet wird
- Honig: Gemisch aus Fructose und Glucose
- Invertzucker: Gemisch aus Fructose und Glucose
Therapie der hereditären Fructoseintoleranz
Die Therapie einer Fructoseintoleranz besteht darin, alle fructosehaltigen Lebensmittel weitgehend zu meiden.
Verboten
- alle zuckerhaltigen Lebensmittel wie:
Süßigkeiten aller Art, Obst- und Gemüsekonserven, alle nicht ausdrücklich erlaubten Obst- und Gemüsesorten, Fruchtsäfte, Weißbrot, Vollkornbrot, Pumpernickel, Haushalts-, Invert- und Diabetikerzucker, Honig, Marmelade, Mayonnaise, Ketchup, Fertigsaucen - alle inulinhaltigen Lebensmittel wie:
Topinambur, Artischocken - alle mit Sorbit (Sorbitol) hergestellten Lebensmittel (Zutatenliste beachten, Sorbit hat E-Nummer 420!)
Wir haben Ihnen eine Liste mit dem Fructosegehalt und eine Liste mit dem Sorbitgehalt verschiedener Lebensmittel zusammengestellt.
Erlaubt
Während des ersten Lebensjahres sollte völlig auf Obst und Gemüse verzichtet werden. Allerdings müssen Vitamine in Tablettenform zugeführt werden. Nach dem ersten Lebensjahr bzw. im Erwachsenenalter sind erlaubt:
- selbst zubereitete Breikost, grüne Bohnen, Kopfsalat, Feldsalat, Chicoree, Broccoli, Blumenkohl, Spargel, Gurken, Spinat, Erbsen, Pilze, Rettiche, Radieschen, Weißkohl, Tomaten, Rhabarber, Zitronen
- Begrenzt sind auch Kartoffeln erlaubt, wenn diese mindestens 10-20 Tage gelagert, dann geschält, zerschnitten und einen Tag gewässert wurden.
Therapie der intestinalen Fructoseintoleranz
Bei der intestinalen Fructoseintoleranz muss individuell ermittelt werden, welches Obst vertragen wird und welches nicht. Obstsorten mit einem besonders hohen Fructose- bzw. Sorbitgehalt (z.B. Rosinen, getrocknete Pflaumen, Weintrauben) müssen in der Regel gemieden werden.
Die gleichzeitige Anwesenheit von Glucose (Traubenzucker) in einem Lebensmittel scheint sich günstig auf die Resorption der Fructose auszuwirken. Bei einer Fructosemalabsorption ist daher eine ausgewogene Ernährung in der Regel möglich. Verzichtet werden sollte hingegen auf industrielle Lebensmittel mit einem Zusatz von Fructose oder Sorbit.
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